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«Das wird es in unserem Job immer geben»

Oswald Grübel bricht sein Schweigen: In einem Interview äussert sich der UBS-Chef zum 2-Milliarden-Handelsverlust in London. Zudem gab der Verwaltungsrat bekannt, wie er zu seinem Konzernleiter steht.

Denkt nicht über einen Rücktritt nach: Oswald Grübel.
Denkt nicht über einen Rücktritt nach: Oswald Grübel.
Keystone

Vergangene Woche verspekulierte sich der 31-jährige UBS-Banker Kweku Adoboli um zwei Milliarden US-Dollar. Nicht nur der finanzielle sondern auch der Reputationsschaden ist enorm für die Schweizer Grossbank.

Oswald Grübel nahm in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» (Artikel nicht online verfügbar) erstmals Stellung zum Milliardenfiasko: «Ich habe die Verantwortung für alles, was in der Bank passiert – ich fühle mich aber nicht schuldig», sagt Grübel.

Der Konzernchef hält nichts von den Rücktrittsforderungen, wie sie vor allem von SP-Politikern kommen: «Das ist rein politisch», sagt er. Er denke nicht über einen Rücktritt nach, sagt Grübel, um zu ergänzen, diese Frage sei «Sache des Verwaltungsrats».

Keine Alternative zu Grübel in Sicht

Dieser hält offenbar an ihrem Chef fest. Ein Verwaltungsratmitglied liess gegenüber der «NZZ am Sonntag» verlauten (Artikel online nicht verfügbar), dass wichtige Grossaktionäre, wie der Staatsfonds von Singapur, an Grübel festhalten. Eine Alternative zu Grübel sei «nicht in Sicht».

Weiter erklärt Grübel im Gespräch mit dem «Sonntag»: «Wenn jemand mit krimineller Energie vorgeht, können Sie nichts machen. Das wird es in unserem Job immer geben.» Dennoch betont er, die Verantwortung liege bei ihm. «Ich habe die Verantwortung für alles, was in der Bank passiert», so Grübel. «Aber wenn Sie mich fragen, ob ich mich schuldig fühle, dann sage ich Nein.»

Keine näheren Angaben von Grübel

Der mutmassliche Täter, der Ghanese Kweku Adoboli, war am Donnerstag im Morgengrauen in London verhaftet worden. Bereits am Freitag stand er wegen Betrugsverdachts vor Gericht. Oswald Grübel will keine näheren Angaben dazu machen, wann er selber von dem 2-Milliarden-Verlust erfahren hat: «In dem Zeitpunkt, wo wir es entdeckt haben», sagt er auf die entsprechende Frage bloss.

Wie Kweku Adoboli den gewaltigen Verlust verursachen konnte und warum sämtliche Kontrollmechanismen der UBS versagten, ist Gegenstand von Untersuchungen sowohl der britischen als auch der schweizerischen Finanzmarktaufsicht. Bei der UBS geht man nach wie vor von einem Einzeltäter aus.

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