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Das Comeback von Japans Banken

Es ist noch nicht lange her, da sorgte sich die Welt um Japans Banken. Doch jetzt sind es plötzlich sie, welche in den USA auf Einkaufstour gehen.

Zahlen und Zeichen: Japans Bankenwelt ist wieder top.
Zahlen und Zeichen: Japans Bankenwelt ist wieder top.
Keystone

Nach den Spekulationsexzessen Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre ächzten Nippons Finanzhäuser unter gewaltigen Bergen an faulen Krediten. Noch 2003 suchten sie händeringend nach Kapital ausländischer Finanzinstitute und liessen amerikanische Banken auf Einkaufstour gehen. Jetzt ist es genau umgekehrt: Mit einer ganzen Serie von Investitionen im angeschlagenen US-Finanzsektor melden sich Nippons Banken international wieder zurück.

Einstieg bei Morgan Stanley

So übernahm Japans grösstes Brokerhaus Nomura soeben das Asien- und Europageschäft der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers und schlug damit andere ausländische Bieter aus dem Feld. Mitsubishi UFJ Financial Group beteiligt sich derweil am zweitgrössten amerikanischen Wertpapierhaus Morgan Stanley.

Für Japans Finanzhäuser ist es die Chance ihres Lebens. Nach Jahren der Restrukturierungen schwimmen Nippons Finanzinstitute wieder in Geld. Bislang aber wussten sie noch nicht so recht, was sie damit anfangen sollen. Ein Grund ist, dass der heimische Markt stagniert. Zwar folgten sie den heimischen Exportkonzernen wie Toyota ins Ausland, blieben aber trotzdem weiter auf ihre einheimischen Kunden beschränkt. Für eine internationale Expansion war ein solches Vorgehen nicht ausreichend.

Japaner gehen überlegt zu Werk

Das Ausland bietet zwar Chancen. Doch dafür fehlten Nippons Banken nach jahrelangen Restrukturierungen das Know-how und die Beziehungen. Die Krise der US-Banken bietet jetzt die Chance, sich einzukaufen. Der Einstieg der Japaner geht dabei über reine Investitionen hinaus. Vielmehr nutzen sie die neu gewonnenen personellen Ressourcen und Netzwerke, um ihr Geschäft, das in Japan nicht mehr wächst, im Ausland auszubauen.

Die Japaner gehen dabei überlegt zu Werk. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an die eigene Bankenkrise. Laut Experten können Japans Banken mit schlechten Krediten und deren Bewertung gut umgehen. Zudem seien sie bereit, ausländisches Wissen nicht nur einzukaufen, sondern auch zu integrieren und in neuen Märkten zu fördern. Durch die Übernahme ganzer Netzwerke amerikanischer Banken bietet sich für Nomura und Co. an, neue Märkte vor allem in Asien und im Nahen Osten zu erschliessen. Schliesslich haben diese Länder bereits seit Jahren ein grosses Interesse an engeren Kontakten zu japanischen Unternehmen und Finanzgesellschaften.

SDA/cpm

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