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CS-Aktie steigt um fast 10 Prozent nach Gewinnüberraschung

Die Credit Suisse verdiente 2014 mehr als Analysten erwartet hatten, und die Boni wurden nach einer US-Strafzahlung gekürzt. Anleger reagieren euphorisch.

Die Credit Suisse, die zweitgrösste Schweizer Bank, erzielte 2014 einen Gewinn von 2,1 Milliarden Franken. 2013 waren es noch 2,3 Milliarden Franken gewesen. Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten einen deutlich stärkeren Rückgang auf 1,8 Milliarden Franken erwartet.

An der Börse zeigten sich die Anleger entsprechend erfreut. Zu Handelsbeginn gewann die Credit-Suisse-Aktie über 7 Prozent an Wert. Um 13.45 Uhr wurde sie mit 21.70 Franken zu einem 9,6 Prozent höheren Preis als am Vorabend gehandelt.

Mehr Gewinn im Investmentbanking...

Dass der Gewinn nicht stärker zurückging, liegt insbesondere am Investmentbanking, also dem Geschäft mit Wertpapier-Emissionen und -Handel sowie Übernahme- und Fusionsberatungen. Hier konnte die Credit Suisse im vergangenen Jahr zulegen. Der Vorsteuergewinn stieg von 1,7 Milliarden Franken auf 2,1 Milliarden Franken. Die Sparte habe 2014 eine deutlich verbesserte Profitabilität ausgewiesen, teilte die Credit Suisse mit.

Weniger gut schnitt die Credit Suisse in der zweiten Sparte, der Vermögensverwaltung, ab. Hier hatte sie im vierten Quartal einen Geldabfluss zu verzeichnen. Insgesamt seien zwischen Oktober und Dezember 3,0 Milliarden Franken abgezogen worden, teilte die Grossbank mit.

Davon entfallen allerdings nur 0,2 Milliarden Franken auf jenen Bereich des Vermögensverwaltungsgeschäfts, den die Credit Suisse auch in Zukunft betreiben will. Diesen bezeichnet die Grossbank als das strategische Geschäft.

Der restliche Teil der Gelder wurde aus dem nicht strategischen Geschäft abgezogen. Darunter fallen beispielsweise die Gelder früherer Steuersünder. In der Medienmitteilung der Credit Suisse ist von Abflüssen «infolge der Regularisierung von Kundengeldern» die Rede.

... weniger Gewinn der Vermögensverwaltung

Über das Gesamtjahr gesehen trugen das Investmentbanking und das Vermögensverwaltungsgeschäft vor Steuern gleich viel zum Ergebnis der Credit Suisse bei. Auch im Vermögensverwaltungsgeschäft betrug der Vorsteuergewinn 2,1 Milliarden Franken. Gegenüber dem Vorjahr ist das allerdings ein Rückgang. Damals erzielte die Sparte noch 3,2 Milliarden Franken Gewinn.

Vor allem das zweite Quartal zog den Gewinn des Vermögensverwaltungsgeschäfts nach unten. Damals legte die Credit Suisse den Steuerstreit mit den US-Behörden bei – mit einer Rekordbusse. Wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung musste sie 2,8 Milliarden Dollar bezahlen. Das ist die höchste Strafe, die eine Schweizer Bank je bezahlen musste.

Boni wegen Busse gekürzt

Die Rekordbusse hat auch Auswirkungen für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung. Beide Gremien hätten sich freiwillig zu einer Kürzung ihrer Gehälter bereit erklärt, teilte die Credit Suisse mit. Die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates werde um rund 25 Prozent reduziert, die Boni der Geschäftsleitung um 20 Prozent.

Der Vergütungsausschuss sei sich einig gewesen, dass die Zahlung im US-Steuerstreit «für die Vergütung der obersten Aufsichts- und Leitungsorgane der Gruppe Konsequenzen haben sollte», teilte die Bank mit.

Dies obwohl die Führungsgremien stets betonten, sie hätten von den begangenen Fehlern nichts gewusst. Nach der Beilegung des Steuerstreits hatte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner gegenüber Radio SRF gesagt, Konzernchef Brady Dougan und er hätten «eine weisse Weste».

Reaktion auf Frankenschock

Wie zahlreichen anderen Banken machen auch der Credit Suisse der starke Franken und die Erhebung von Negativszinsen durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu schaffen. Mit «umfassenden Massnahmen» will sie die Auswirkungen des veränderten Währungs- und Zinsumfelds bis 2017 mehr als wettmachen. Im nächsten Jahr dürfte aber trotz der Massnahmen noch ein negativer Effekt von 3 Prozent auf den Vorsteuergewinn bleiben.

Zu den Massnahmen zählen zusätzliche Kosteneinsparungen von 200 Millionen Franken. Dies dürfte unter anderem durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland geschehen. Man wolle die in der Schweiz anfallenden Einnahmen und Kosten besser in Übereinstimmung bringen, sagte Finanzchef David Mathers an einer Telefonkonferenz am Donnerstag.

CS kürzte nach US-Strafzahlung Boni und speziell die Chefsaläre

Wie der Reingewinn sind bei der Credit Suisse im vergangenen Jahr auch die Boni weniger üppig ausgefallen. Die variablen leistungsbezogenen Vergütungen fielen insgesamt um 9 Prozent tiefer aus als im Vorjahr, wie die Grossbank mitteilte.

Hauptgrund ist die Belastung aus der Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar im US-Steuerstreit, wie aus dem Communiqué hervorgeht. In diesem Zusammenhängen hätten sich überdies Verwaltungsrat und Geschäftsleitung freiwillig zu einer Kürzung ihrer Vergütung bereit erklärt, hiess es.

Demnach wurde die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates um rund 25 Prozent reduziert. Und die Boni der Mitglieder der Geschäftsleitung wurden gegenüber dem vorgesehenen Betrag um 20 Prozent verringert.

Der Vergütungsausschuss sei sich einig gewesen, dass die Zahlung im US-Steuerstreit «für die Vergütung der obersten Aufsichts- und Leitungsorgane der Gruppe Konsequenzen haben sollte», um der gemeinsamen institutionellen Verantwortung dieser Organe Rechnung zu tragen.

Dies unabhängig davon, welche Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verwaltungsrat oder in der Geschäftsleitung amtierten. Die Bank hatte zugegeben, bis 2009 Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Brady Dougan ist seit 2007 Konzernchef, Urs Rohner seit 2011 Verwaltungsratspräsident.

SDA/rsz

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