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CS und UBS machen sich fit für den Bankrott

Um einer neuerlichen Finanzkrise vorzubeugen, haben neun internationale Grossbanken auf Anweisung der US-Behörden ihr «Testament» gemacht. Betroffen waren auch die Schweizer Institute.

Auch die Schweizer Grossbanken sind auf der Liste der US-Behörden: Ein Credit-Suisse-Schild in Zürich Brunau...
Auch die Schweizer Grossbanken sind auf der Liste der US-Behörden: Ein Credit-Suisse-Schild in Zürich Brunau...
Keystone
...und das Logo der UBS.
...und das Logo der UBS.
Keystone
Wenn nötig fordern die Behörden weitere Informationen ein: Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (3. Mai 2011)
Wenn nötig fordern die Behörden weitere Informationen ein: Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (3. Mai 2011)
Keystone
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Banken rüsten sich für eine Pleite. Neun Institute skizzierten in Notfallplänen, wie sie im Falle ihres eigenen Versagens möglichst schnell und schonend abgewickelt werden können.

Die staatliche US-Einlagensicherung FDIC veröffentlichte am Dienstag die sogenannten «Living Wills» – allerdings nur in Auszügen. Sensible Informationen aus den verschwiegenen Banken bleiben den Aufsehern von FDIC und der Notenbank Fed vorbehalten.

Zweiten Fall Lehman verhindern

Die Notfallpläne sollen ein weiteres Desaster wie bei Lehman Brothers verhindern: Beim Zusammenbruch der US-Investmentbank im September 2008 herrschte Chaos und Verunsicherung. Nur das Eingreifen des Staates verhinderte damals einen Kollaps des gesamten Finanzmarkts.

Zu den Häusern, die ihr «Testament» machen mussten, gehören neben Credit Suisse und UBS auch die Deutsche Bank sowie die britische Barclays. Aus den USA selbst reichten die Bank of America, die Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley sowie JPMorgan Chase ihre Unterlagen ein.

Klarheit schaffen

Hintergrund der neuen Regelung ist die schiere Grösse der Finanzriesen. Sie sind derart verschachtelt aufgebaut und untereinander vernetzt, dass Aussenstehende kaum mehr durchblicken. Die Abwicklung von Lehman Brothers etwa dauert bis heute an.

Mit dem «Letzten Willen» soll von Anfang an Klarheit über den inneren Aufbau und die Geschäftsbeziehungen der Banken herrschen. Auch soll klar sein, welche Personen und Gremien im Fall der Fälle die Entscheidungen treffen und ausführen.

Der öffentlich zugängliche Teil der Unterlagen enthält allerdings nur sehr vage Andeutungen, wie die eigentliche Abwicklung letztlich vonstattenginge.

Keine Steuermilliarden mehr

Die Aufsichtsbehörden wollen nicht noch einmal in die Verlegenheit kommen, Banken mit Steuermilliarden retten zu müssen. Die «Living Wills» sind ein zentraler Bestandteil der von Präsident Barack Obama vorangetriebenen Finanzmarktreform, dem «Dodd-Frank Act».

Insgesamt sind etwa 125 Banken bis Ende 2013 verpflichtet, einen Notfallplan vorzulegen. Besonders grosse Institute hatten ihre Dokumente bereits bis zum Montag einreichen müssen. Ein Bankrott dieser als systemrelevant bezeichneten Finanzkolosse hätte besonders schwerwiegende Konsequenzen.

Die Aufsichtsbehörden haben nun 60 Tage Zeit, die Unterlagen durchzuschauen und zu prüfen, ob sie den Vorgaben entsprechen. Sie können sonst nötigenfalls weitere Informationen anfordern. FDIC und Fed hatten das «Banken-Testament» im vergangenen Jahr endgültig beschlossen.

SDA/rub

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