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Credit Suisse hat keine Espirito-Santo-Papiere verkauft

Die Schweizer Bank bestreitet Vorwürfe, wonach sie bei der Täuschung von Kunden der Bank Espirito Santo mitgeholfen hat.

Die Verbindungen zu Espirito Santo datieren aus der Vergangenheit: CS-Filiale in Zürich.
Die Verbindungen zu Espirito Santo datieren aus der Vergangenheit: CS-Filiale in Zürich.
Keystone

In Zusammenhang mit der vor dem Zusammenbruch geretteten portugiesische Bank Espirito Santo (BES) kam auch der Name Credit Suisse ins Spiel. Insider hatten dem «Wall Street Journal» berichtet, dass CS eine Rolle spielte beim Verkauf spezieller Wertpapiere mit einem Volumen von mehreren Milliarden Dollar an BES-Kunden. Vielen Kunden sei dabei nicht bewusst gewesen, dass sie damit indirekt das Espirito-Santo-Familienimperium mitfinanzierten.

Als Reaktion auf den Bericht räumt die CS heute ein, zwischen 2001 und 2008 im Auftrag von BES Anlageinstrumente aufgesetzt und ausgegeben zu haben. Weitere Anteilscheine wurden 2012 und 2014 emittiert. Die Bank habe die Wertpapiere aber zu keinem Zeitpunkt an BES-Kunden oder andere Dritte vertrieben. Man habe weder Kenntnis davon, an wen die Wertpapiere später verkauft wurden, noch stünden Kreditrisiken im Zusammenhang mit diesen Instrumenten in den Büchern.

Technische Rolle

Bei den besagten Wertpapieren handelt es sich um Special Purpose Vehicles, einem an sich gängigen Finanzinstrument. Diese Vehikel trugen Namen wie «Top Renda», «EuroAforro Investments» und «Poupanca Plus Investments». Die CS hatte dabei den technischen Part übernommen und nach der Gründung der dazugehörigen Zweckgesellschaften 2001 und 2002 mitgeholfen, die Forderungsbestände dieser Gesellschaften in handelsfähige Wertpapiere umzuwandeln.

Gemäss dem «Wall Street Journal» investierten die Gesellschaften hauptsächlich in Schulden von Espirito-Santo-Firmen: in jene des luxemburgischen Holdingkonzerns, jene der Tochterbank BES sowie in Schulden einer zum Konzern gehörenden Bergbaufirma in Angola. Die Namen der Vehikel seien gewählt worden, um auf Privatkunden attraktiv zu wirken. Zudem seien die Aktien in kleinen Tranchen ausgegeben worden, so dass die Pflicht zum Drucken von Fondsbroschüren inklusive der Zusammensetzung der Wertpapiere weggefallen wäre.

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