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Coop ersetzt Kassenzettel wegen Angst vor Krebs

Der Stoff Bisphenol A wird verdächtigt, die Hormone zu beeinflussen und Krebs auszulösen – und er steckt in den Kassenzetteln von Migros und Coop. Einer der beiden Detailhändler hat nun reagiert.

Angst vor Schadstoffen: Schweizer Kassenzettel enthalten Bisphenol. (Archivbild)
Angst vor Schadstoffen: Schweizer Kassenzettel enthalten Bisphenol. (Archivbild)
Keystone

Ab Ende Jahr will Coop keine Kassenzettel mehr an die Kunden abgeben, die Bisphenol A enthalten. Die Wirkung der Substanz sei zwar wissenschaftlich nach wie vor umstritten. Man nehme aber die Bedenken der Kunden und Mitarbeiter ernst, heisst es in einer Mitteilung von heute Montag.

Testläufe mit Kassenzettelpapier ohne Bisphenole hätten ergeben, dass es mittlerweile valable Alternativen zum bisherigen Thermopapier gebe. Das neue Papier sehe gleich aus und fühle sich gleich an wie das alte, enthalte aber statt Bisphenol A (BPA) neu die Entwicklersubstanz Pergafast.

Voraussichtlich Ende Jahr soll die Umstellung auf das neue Papier in allen Coop-Supermärkten und Geschäften der Coop-Gruppe wie Interdiscount, Import-Parfumerie und Toptip/Lumimart abgeschlossen sein. Bereits umgestellt haben Fust, Christ Uhren & Schmuck, The Body Shop und Coop Vitality.

Kein Verbot in der Schweiz

BPA ist eine hormonaktive Substanz mit östrogenartiger Wirkung. Sie kann den hormonellen Zustand des menschlichen Körpers beeinflussen und steht im Verdacht, verschiedene Krebsarten auszulösen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kam in einer 2012 veröffentlichten Studie zum Schluss, dass die Hautpenetration durch Kassenzettel vernachlässigbar sei im Vergleich zu anderen Expositionswegen, etwa dem Verschlucken.

In der Schweiz ist die Substanz, die auch in Konserven- und Getränkedosen zum Einsatz kommt, nicht verboten. Der Bundesrat will einen Bericht über die Vor- und Nachteile von Bisphenol A abwarten, ehe über allfällige Massnahmen entschieden wird. Der Bericht soll Ende Jahr vorliegen.

Migros wartet ab

Die Migros hält vorerst an den bisherigen Kassenzetteln fest. Man richte sich nach den Empfehlungen des BAG und verfolge die Entwicklung aufmerksam, sagte Mediensprecherin Martina Bosshard auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Gewerkschaft Unia fordert derweil in einer am Montag verschickten Medienmitteilung alle Detailhändler auf, auf Kassenzettel, die BPA enthalten, zu verzichten. Neuere Studien hätten gezeigt, dass BPA auch über die Haut aufgenommen werde. «Dies bedeutet, dass Kassiererinnen und Kassierer besonders exponiert sind», schreibt die Unia.

SDA/fko

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