Coca-Cola im Visier der Wettbewerbshüter

Verhindert der US-Getränkekonzern Parallelimporte? Wie DerBund.ch/Newsnet erfahren hat, hat die Weko eine Vorabklärung eröffnet.

Interessiert die Kartellbehörde: Coca-Cola-Plakat am Sitz des Getränkeherstellers in Brüttisellen.

Interessiert die Kartellbehörde: Coca-Cola-Plakat am Sitz des Getränkeherstellers in Brüttisellen.

(Bild: Keystone)

Benita Vogel@tagesanzeiger

Seit Anfang Jahr beschafft Discounter Denner Coca-Cola in Tschechien. Die Parallel-Importe sorgten für grosse Diskussionen. Jetzt hat sich die Weko eingeschaltet. «Wir haben letzte Woche eine Vorabklärung gegen Coca-Cola eröffnet», bestätigt Weko-Sprecher Patrick Ducrey. Die Weko kläre ab, ob Coca-Cola Parallelimporte von Denner und anderen Nachfragern aus der Schweiz behindern würde.

Denner begrüsst die Vorabklärung der Weko. «Es ist Zeit, dass internationale Markenunternehmen aufhören, den Wettbewerb und damit günstigere Preise in der Schweiz zu behindern», sagt Denner-Sprecherin Paloma Martino.

Streit um Parallelimport

Denner bezieht seit Januar Coca-Cola in Zwei-Liter-Flaschen aus Tschechien. Den Preis im Laden hat Denner um 25 Rappen gesenkt. Der Discounter wollte damit gemäss eigenen Angaben gegen überhöhte Preise von Coca-Cola in der Schweiz vorgehen. Der Discounter stiess beim Parallelimport aber auf Widerstand. Wenn Denner bei Coca-Cola im Ausland eine Offerte anfrage, erhalte der Discounter beispielsweise gar keine Antwort, oder eine Offerte mit völlig überrissenen Preisen, so dass sich ein Parallelimport zum Vornherein gar nicht lohne, so Martino. «Das ist in unseren Augen eine klare Behinderung des Wettbewerbs.»

Bereits die Basler Wirte hatten sich an die Weko gewandt. Auch sie wollten Coca-Cola parallel importieren, erhielten aber keine oder nicht konkurrenzfähige Offerten von Coca-Cola im Ausland.

Coca-Cola will kooperieren

Coca-Cola HBC Schweiz AG sagt zur Vorabklärung, sie stehe seit einigen Jahren mit der Wettbewerbsbehörde in Kontakt. «Wie bereits bis anhin sichern wir der Wettbewerbsbehörde auch weiterhin unsere volle Kooperation und Unterstützung in ihrer Arbeit zu», erklärt Sprecher Patrick Bossart. Die Einhaltung der kartellgesetzlichen Vorschriften sei für Coca-Cola eine Selbstverständlichkeit. «Das betrifft auch die Freiheit unserer Kunden, Produkte frei zu importieren.» Wie verschiedene Beispiele in jüngster Vergangenheit zeigten, allen voran dasjenige von Denner, sei ein Import der Coca-Cola Produkte aus dem Ausland jederzeit möglich und werde auch getätigt.

Denner wiederum sagt, Coca Cola habe herausgefunden, wer Denner aus Tschechien beliefere. «Unser Zwischenhändler erhält nun selber von Coca Cola keine Produkte mehr», sagt Denner-Sprecherin Martino. Denner habe vorausgesehen, dass die Quelle austrocknen könnte und habe vorgesorgt.

Jetzt muss sich die Weko um den Cola-Knatsch kümmern. Die Vorabklärung ist eine Vorstufe zur Untersuchung. Es wird mehrere Monate dauern, bis klar wird, ob die Weko tatsächlich eine Untersuchung eröffnen wird.

DerBund.ch/Newsnet

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