Britische Firmen zieht es nach dem Brexit in die Schweiz

Als Unternehmensstandort könnte auch die Schweiz vom Brexit-Votum profitieren. Wenn da die Politik nicht wäre.

Auch Unternehmen könnten bald ihre Koffer packen und von der Themse zum Beispiel an den Genfer See ziehen: Auf diesem Foto begeistert dessen Ansicht Geschäftsreisende.

Auch Unternehmen könnten bald ihre Koffer packen und von der Themse zum Beispiel an den Genfer See ziehen: Auf diesem Foto begeistert dessen Ansicht Geschäftsreisende.

(Bild: AP Photo/Anja Niedringhaus)

Nach dem Brexit-Entscheid wittern nicht wenige Länder die Chance, Unternehmen aus London abzuwerben. Hintergrund ist die wirtschaftlich und rechtlich unsichere Lage, die das Votum für den EU-Austritt für international tätige Konzerne mit sich bringt. Entsprechend eifrig wird in den Führungsetagen vieler Firmen derzeit an Alternativ-Plänen getüftelt für den Fall, dass sich die Rahmenbedingungen in Grossbritannien verschlechtern.

Wie stehen die Chancen der Schweiz, internationale Unternehmen für einen Umzug ins Alpenland zu begeistern? Die «Sonntagszeitung» hat sich umgehört.

Während die findigen Iren gleich einen ganzen Werbespot produzieren liessen, um Konzerne von der Nachbar-Insel aufs eigene Eiland zu locken, zeige sich die Schweiz gewohnt zurückhaltend. Man werde «nicht in Aktionismus verfallen, aber verschiedene Massnahmen ergreifen, die auf Firmen in Grossbritannien abzielen», sagt Thomas Bohn, Chef der Standortvermarktungsorganisation «Greater Geneva Berne Area». Ausgerichtet sein sollen diese hauptsächlich auf US- und asiatische Konzerne mit europäischem Hauptsitz.

Personenfreizügigkeits-Frage mindert die Attraktivität

Dass bereits erste Unternehmen Interesse bekundet haben, ihren Sitz in die Schweiz zu verlegen, kann Daniel Küng bestätigen. «Wir haben verstärkt Anfragen von britischen Firmen», sagt der Chef der Standortförderungsagentur «Switzerland Global Enterprise» (SGE). Bisher handelte es sich dabei vor allem um Investmentgesellschaften und Vermögensverwalter.

Trotz dieser Entwicklung ist der Experte skeptisch, ob es in naher Zukunft wirklich zu vielen Umzügen kommen wird. Grund seien die politischen Unwägbarkeiten auch in der Schweiz. So bedeuteten die bisher nicht geklärte Personenfreizügigkeit oder die Unternehmenssteuerreform ein dickes Minus für den hiesigen Standort.

jros

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