BKW erzielt 2016 mehr Umsatz und Gewinn

Das bernische Energieunternehmen BKW konnte im letzten Jahr trotz sinkender Strompreise zulegen. Vor allem das Dienstleistungsgeschäft hat dazu beigetragen.

BKW-Chefin Suzanne Thoma sagt, das Dienstleistungsgeschäft sei für das Unternehmen zukunftsträchtig.

BKW-Chefin Suzanne Thoma sagt, das Dienstleistungsgeschäft sei für das Unternehmen zukunftsträchtig. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Trotz sinkender Strompreise schreibt die BKW weiter Gewinne. Denn der bernische Energiekonzern verdient gutes Geld mit dem Netzgeschäft und dem stark ausgebauten Dienstleistungsbereich. Hinzu komme das konsequente Kostenmanagement, sagte BKW-Chefin Suzanne Thoma am Donnerstag vor den Medien: Innert drei Jahren sei es dem Konzern gelungen, die Kosten um rund 150 Millionen Franken zu senken - «und das ohne grosse Restrukturierungen und ohne Massenentlassungen».

Mit dem Umbau auf dem richtigen Weg

Die Zahlen bestärken die Unternehmensspitze in der Überzeugung, mit dem Umbau der BKW zur Energie- und Infrastrukturdienstleisterin auf dem richtigen Weg zu sein. So erwartet man 2017 trotz weiter tiefer Strompreise ein operatives Betriebsergebnis im Bereich des Vorjahrs, wie Thoma sagte.

Der Strommarktpreis hat sich in den letzten fünf Jahren halbiert. Die BKW wies dessen ungeachtet immer ähnlich hohe Gewinne aus. 2016 konnte der Betriebsgewinn (Ebit) auf 384 Millionen Franken gesteigert werden. Unter dem Strich stieg der Reingewinn um 13 Prozent auf 322 Millionen Franken.

Die Gesamtleistung stieg um acht Prozent auf 2,86 Milliarden Franken. Dazu beigetragen haben vor allem der zügige Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts - das erstmals mehr als eine halbe Milliarde Umsatz erreichte - sowie höhere Umsätze bei den Netzen.

Weiterhin auf Einkaufstour

Im Dienstleistungsgeschäft baute die BKW ihre Position in Gebäudetechnik, Engineering und Netzdienstleistungen aus. Allein im letzten Jahr übernahm die BKW 19 Gesellschaften mit über 1000 Mitarbeitern und beschäftigt nun mehr als 5500 Mitarbeitende.

Thoma liess keinen Zweifel daran, dass das Dienstleistungsgeschäft zukunftsträchtig ist. So wolle die BKW Hausbesitzer und Unternehmen umfassend beraten, wenn es um die Optimierung des Energieverbrauchs gehe. Das Know-How der BKW-Ingenieure könne vielerorts gebraucht werden.

Stabile Erträge im Netzgeschäft

Das Netzgeschäft konnte die BKW ebenfalls ausbauen - durch die Übernahme der Mehrheit an der AEK Energie und die Aufstockung der Swissgrid-Beteiligung. Diese Beteiligung generiere stabile Erträge, betonte Thoma.

Eine immer wichtigere Rolle spielten erneuerbare Energien aus Wind- und Wasserkraft, sagte die BKW-Chefin weiter. Auch hier setzte die BKW ihre Wachstumsstrategie mit dem Bau von Kleinwasserkraftwerken und dem Zukauf von Windparks in Europa fort. Nach Plan verläuft laut BKW das Projekt zur Stilllegung des Atomkraftwerks Mühleberg Ende 2019. Im Communiqué heisst es, die Einschätzungen in Bezug auf Projektkosten erwiesen sich als realistisch. An der Medienkonferenz war Mühleberg – anders als in vielen Jahren zuvor – überhaupt kein Thema.

Beteiligung des Kantons

Ein andere politische Frage könnte die BKW bald einmal beschäftigen. Der Kanton Bern überlegt, ob er Mehrheitsaktionär bleiben soll. Thoma sagte dazu auf Anfrage, für die BKW sei ein stabiler und langfristig orientierter Ankeraktionär wichtig. Eine Mehrheitsbeteiligung müsse es aber nicht unbedingt sein. «Wenn wir wünschen könnten, wäre vermutlich eine Beteiligung von einem Drittel das beste für uns», sagte Thoma. (db/sda)

Erstellt: 16.03.2017, 10:57 Uhr

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