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BKW atmet durch - gute Zahlen im 2014

Nach Verlusten legt der Berner Energiekonzern für das vergangene Jahr gute Zahlen vor.

Betriebsergebnis um knapp zehn Prozent gesteigert: Die BKW.
Betriebsergebnis um knapp zehn Prozent gesteigert: Die BKW.
Keystone

Das Unternehmen steigerte das Betriebsergebnis um knapp zehn Prozent. Als Reingewinn schauten 292 Millionen Franken raus. Für das laufende Jahr dämpfen die Verantwortlichen die Euphorie etwas.

Die Situation am Markt habe sich nicht entspannt, betonte BKW-Direktorin Suzanne Thoma am Donnerstag vor den Medien. Die Verwerfungen in der Stromwirtschaft hielten an und die Preise an der europäischen Strombörse verharrten auf tiefem Niveau.

Und schliesslich dürfte auch der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzuheben, Spuren im Ergebnis 2015 hinterlassen. «Strom ist ein Exportprodukt», sagte Thoma. Dies führt dazu, dass ein guter Teil der BKW-Erträge in Euro anfällt.

Wie tiefe Spuren die Euro-Problematik in den Geschäftszahlen der BKW hinterlässt, konnten die BKW-Verantwortlichen am Donnerstag noch nicht abschätzen.

Begegnen wollen sie dem Problem wie bisher: mit mehr Effizienz, tieferen Kosten, einer aktiven Bewirtschaftung der Energiepositionen, um Strompreisreduktionen zu kompensieren und mit mehr Wachstum im Dienstleistungsgeschäft.

Alles in allem gehen die Konzernverantwortlichen davon aus, dass auch das laufende Jahr erfolgreich gestaltet werden kann. Thoma rechnet mit einem robusten Ergebnis 2015, auch wenn es wohl nicht ganz so gut ausfallen werde wir jenes von 2014.

«Starkes Jahr»

Mit dem vergangenen Jahr sind die BKW-Verantwortlichen zufrieden. Die BKW hat ein «starkes Jahr hinter sich», bilanzierte Thoma. Die Gruppe habe sich weiter positiv entwickelt.

Bei einer Gesamtleistung von 2,84 Milliarden Franken resultierte ein Betriebsergebnis von 347 Millionen Franken. Gegenüber dem bereinigten Vorjahresergebnis ist das ein Plus von knapp zehn Prozent.

Den Reingewinn hat die BKW um 75 Prozent auf 292 Millionen Franken gesteigert. Die Gründe dafür sind unter anderem auch Sondereffekte wie der Verkauf der Beteiligung an den Jungfraubahnen oder die gute Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds für das Kernkraftwerk Mühleberg.

Der Cashflow, der sich in den letzten Jahren zwischen 275 und 311 Millionen Franken bewegte, kletterte auf 538 Millionen Franken.

Der Generalversammlung schlägt der Verwaltungsrat eine Dividende von 1.60 Franken pro Aktie vor (Vorjahr: 1.20 Franken). Von dieser Erhöhung dürfte insbesondere der Kanton Bern profitieren, der mit rund 52 Prozent an der BKW beteiligt ist.

Energiewende

Die BKW will den Ausbau erneuerbarer Energien fortsetzen. Insgesamt plant das Unternehmen bis 2024 Investitionen in der Höhe von rund 4 Milliarden Franken.

Rund die Hälfte davon fliesst in den Werterhalt der Infrastruktur, eine Milliarde in Neuinvestitionen im Bereich der erneuerbaren Energien. Eine weitere Milliarde steckt der Konzern in den Auf- und Ausbau des Geschäftsfelds Energie und Infrastrukturdienstleistungen.

Der Konzern will seine drei Geschäftsfelder, Energie, Netz und Dienstleistungen gemäss Thoma so entwickeln, «dass wir robust und stabil bleiben und uns so aufstellen, dass wir den Wechselhaftigkeiten des Marktes und der Politik gewachsen sind.»

Ein wichtiger Aspekt bei der künftigen Ausrichtung des Unternehmens dürfte das Stromnetz sein. Hier geht der Trend in Richtung dezentrale Kraftwerke. Das Netz muss deshalb flexibler werden.

Viel verspricht man sich in dieser Hinsicht von sogenannten intelligenten Netzen. «Die Energiewende findet im Netz und auf dem Land statt», zeigte sich Thoma überzeugt. An der Grenze der Kantone Bern und Jura tüftelt die BKW im Rahmen des Projekts Swiss Energypark am Stromnetz der Zukunft.

Weiter auf- und ausbauen will der Berner Energiekonzern auch sein Dienstleistungsgeschäft. Dieses Geschäft hat andere wirtschaftliche Treiber als das konventionelle Stromgeschäft. «Es braucht weniger Kapital, dafür mehr Personal», sagte Thoma. Und es ist weniger stark abhängig von der Politik.

2019 nimmt die BKW bekanntlich das Atomkraftwerk Mühleberg vor den Toren Berns vom Netz. Es folgt ein fünfjähriger Nachbetrieb, dann zuerst der nukleare und später der konventionelle Rückbau der Anlage bis 2034.

SDA/zec/agr

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