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Bericht: Datendieb ist deutscher Informatiker

Die Daten bei Julius Bär sind laut einem Bericht von einem deutschen Informatiker gestohlen worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt. Denn brisant ist: Wurde der Mann von Nordrhein-Westfalen zur Wirtschaftsspionage angestiftet?

Diebstahl von sensiblen Daten: Schriftzug der Bank Julius Bär.
Diebstahl von sensiblen Daten: Schriftzug der Bank Julius Bär.
Keystone

Das Datenleck bei der Privatbank Julius Bär zieht weitere Kreise. Ermittlern zufolge gibt es Hinweise, dass es sich dabei um einen Fall von Wirtschaftsspionage durch Deutschland handeln könnte. Wie die «Handelszeitung» schreibt, ist der letzten Juli verhaftete mutmassliche Datendieb ein deutscher Informatiker.

Er soll im Auftrag eines IT-Unternehmens bei Julius Bär tätig gewesen sein und im Rahmen seiner Tätigkeit Zugriff auf sensible Informationen gehabt haben. Mehr als 1000 Datensätze soll er an die Steuerfahnder in Nordrhein-Westfalen weitergereicht haben.

Zur Tat angestiftet?

Nun sitzt der Techniker in Haft. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie ist allgemein zuständig für Wirtschaftsverbrechen mit Auslandsbezug. «Bei den vorliegenden möglicherweise infrage kommenden Delikten ist die Bundeszuständigkeit gegeben», heisst es bei der Behörde in Bern. Die Motive des Verhafteten sind noch im Dunkeln. Gegenüber den Ermittlern soll der Mann angegeben haben, er sei zur Tat angestiftet worden. Dies würde den Verdacht des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes erhärten. Wer aber ist der Auftraggeber? Die «Handelszeitung» schreibt: Handle es sich nicht um eine «verzweifelte Ausrede» des Verhafteten, könne letztlich nur der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans dahinter stehen.

Ende August gab die Privatbank Julius Bär gegenüber der «SonntagsZeitung» zu, erneut Opfer eines Datendiebstahls geworden zu sein. «Leider trifft dies gemäss unseren Erkenntnissen zu», bestätigte damals CEO Boris Collardi gegenüber der Zeitung. «Im Rahmen von verschärften Kontrollmechanismen und einer umfangreichen internen Untersuchung mussten wir kürzlich einen Fall von Datenmissbrauch feststellen und konnten den mutmasslichen Täter identifizieren.»

Erboste Kunden meldeten sich

Wie die «Handelszeitung» nun schreibt, soll die Affäre bereits im Frühling ins Rollen gekommen sein. Damals hätten sich erboste deutsche Kunden bei Julius Bär gemeldet, weil bei ihnen Steuerfahnder zu Hausdurchsuchungen aufgetaucht seien. Im Juli konnte der Dieb dann durch Julius Bär eruiert werden.

Die Bank kommentiert den Fall nicht weiter. Die «Handelszeitung» vermutet politisches Kalkül: Diese Affäre könnte das Abgeltungssteuerabkommen, das für die Bank strategisch so wichtig ist, endgültig begraben.

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