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Bei Schweizer Banken sprudeln die Milliarden weiter

Die Schweizer Banken haben 2011 die Krise gut überstanden. Nachverhandlungen mit Deutschland erteilen sie eine Absage. Als Chance sieht die Bankiervereinigung den Handel in chinesischer Währung.

«Diese Abkommen – oder keins»: Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Patrick Odier, erteilt den Nachverhandlungen mit Deutschland eine Absage. (4. September 2012)

Die Schweizer Banken ziehen trotz des Drucks an vielen Fronten für 2011 eine positive Bilanz: Die 312 Institute konnten den Reingewinn insgesamt um gut einen Fünftel auf 13 Milliarden Franken steigern. Die Zahlen seien angesichts der widrigen Umstände akzeptabel, sagte der Chef der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Claude- Alain Margelisch, vor den Medien in Zürich.

Gemäss dem präsentierten Bankenbarometer über die Entwicklung der Branche nahmen die verwalteten Vermögen zwar von 5473 Milliarden Franken im Vorjahr auf 5269 Milliarden Franken ab. Dazu trug die tiefere Bewertung der Wertschriftenbestände und damit die Eurokrise bei.

Die Erwartung, ausländische Kunden würden massiv Gelder abziehen, wenn sich Schweizer Banken zur Weissgeldstrategie bekennen und entsprechende Abkommen abschliessen, scheine sich aber nicht zu bestätigen, sagte Margelisch. Der Anteil ausländischer Vermögen liege unverändert bei gut 50 Prozent.

Stellenabbau droht

Allerdings ging der Geschäftserfolg vor Abzug von Personal- und Sachkosten zurück. Nach zwei positiven Jahren nahm er um 3,8 Prozent auf 59,1 Milliarden Franken ab.

Gründe dafür seien sinkende Margen, die Unsicherheit an den Finanzmärkten und schärfere Regulierungen. Wettgemacht wurde dies durch Kostensenkungen. Dennoch stieg der Personalbestand im Inland um 0,1 Prozent auf 108'100. Für das laufende Jahr rechnen die Bankiers aber mit einem leichten Stellenabbau.

Den Referendumsführern gegen die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich warf SBVg-Präsident Patrick Odier vor, Arbeitsplätze zu gefährden. Und wenn bei Banken 100 Stellen wegfallen, würden laut einer Studie auch in anderen Sektoren 115 Arbeitsplätze abgebaut.

Odier betonte, dass die Schweizer Banken das ausgehandelte, aber noch nicht ratifizierte Steuerabkommen mit Deutschland bereits umsetzten. Das Abkommen sei die beste Lösung, biete allen Beteiligten mehr Vor- als Nachteile und sei daher fair und ausgewogen.

Keine Nachverhandlungen

Nachverhandlungen werde es nicht geben, wies Odier Forderungen der deutschen Opposition erneut zurück. Zudem sei es zynisch, den Banken Fehlverhalten vorzuwerfen und gleichzeitig gestohlene Daten zu kaufen. Dies sei nicht akzeptabel, Text und Geist des Abkommens würden so missachtet.

Auch im Steuerstreit mit den USA hoffen die Bankiers auf einen baldigen Durchbruch. Schliesslich sei die Schweiz den USA bei der Amtshilfe erheblich entgegengekommen, etwa durch ermöglichte Gruppenanfragen nach Verhaltenskriterien. Ziel bleibe eine Globallösung für alle Banken.

Odier bedauerte, dass einzelne der elf Banken, gegen welche die USA ermitteln, Mitarbeitenden-Daten an die USA liefern mussten. Sie hätten in einer existenzbedrohenden Notlage gehandelt. Diese Banken müssten nun aber ihre Mitarbeitenden offen informieren über die gelieferten Daten sowie die möglichen Risiken und juristische Hilfe bieten.

Zukunftschancen

Der Schweizer Finanzplatz wolle aber nicht nur an der Bereinigung der Vergangenheit arbeiten, sondern sich auch für die Zukunft rüsten. So sei die Ausgangslage bestens, um die wachsenden Vermögen aus aufstrebenden Ländern zu verwalten.

Die Vermögensverwaltung für Institutionelle soll durch die laufende Revision des Kollektivanlagengesetzes gestärkt werden. Und eine weitere Chance sieht Odier als Handelsplatz für den Renminbi, etwa für Anlagen in der chinesischen Währung in der Schweiz oder für Emissionen von Unternehmen.

SDA/mw

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