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Barry Callebaut fördert Bioschokolade

Der Schokoladehersteller ist Teilhaber des grössten Exporteurs von afrikanischem Biokakao. Mit einem Baumpflanzprojekt unterstützt der Zürcher Konzern rund 3000 Bauern.

Biokakao ist heute erst eine Marktnische. Dennoch ist der Produzent Biolands, an dem Barry Callebaut diesen April eine Beteiligung von 49 Prozent erworben hat, für Konzernchef Patrick De Maeseneire mehr als nur ein Feigenblatt: «Afrika ist für uns und unser Geschäft von grösster Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass wir etwas an diese Länder zurückgeben. Oft ist Armut die Ursache für nicht nachhaltige Anbaupraktiken und missbräuchliche Kinderarbeit, was nicht akzeptabel ist.»

Das ist der Hintergrund für ein Baumpflanzprojekt, in dem an über 100 Baumschulen im Südwesten Tansanias 250'000 Kakaosämlinge aufgezogen werden. Die daraus entstehenden Schösslinge werden in etwa drei Monaten ausgepflanzt, um die bestehenden Kakaopflanzen zu verjüngen. Statt 50 Rappen pro Baum zahlen die Bauern nur 5 Rappen: «Das ist wenig, aber nicht gratis, weil der Schössling sonst keinen Wert hat», erklärt Petra Heid, Koordinatorin des Projekts. «Wir wollen nichts schenken, sondern mit Bauern eine langfristige Geschäftsbeziehung aufbauen.»

Faire Preise, aber nicht Fairtrade

Die von einem Belgier gegründete Biolands arbeitet seit ihrer Gründung 1999 mit mittlerweile rund 20'000 Kakaobauern zusammen. Ziel sind faire Preise und eine bessere Qualität durch Umstellung auf Bioanbau sowie eine Optimierung der Anbaumethoden. «Wir sind kein Fairtrade-Projekt», erklärt Heid, «aber die Bioqualität verhilft den Bauern zu einem Aufschlag gegenüber dem Weltmarktpreis, und Ende Saison wird der Gewinn an sie ausgeschüttet.»

Ein wichtiger Baustein des Projekts ist das zusätzliche Anpflanzen von 10'000 Nutz- und Schattenbäumen. Das erhöht sowohl die Biodiversität als auch den Kaffeeertrag und bringt den Bauern Mangos und Zitrusfrüchte für den Eigenbedarf. Barry Callebaut kauft seit dem Jahr 2000 die gesamte Ernte von Biolands ab.

Wieso läuft das Projekt ausgerechnet in Tansania, einem Land, in dem die Kakaopflanze nur an wenigen Orten gedeihen kann? Tansania sei eines der ärmsten und gleichzeitig eines der stabilsten Länder Afrikas mit einer guten Entwicklung, sagt die Projektkoordinatorin Petra Heid. «So sind wir sicher, dass unser langfristiges Projekt nicht durch irgendwelche politischen Krisen zunichte gemacht wird.»

Welche Riesensprünge das Land macht, zeigt sich im Bildungsbereich: Im Jahr 2000 konnten nur 59 Prozent der Kinder eine Grundschule besuchen. 2006, also nur sechs Jahre später, waren es bereits 98 Prozent.

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