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Aus für designierten Holcim-Lafarge-CEO

Die Fusion der beiden Zementkonzerne Holcim und Lafarge ist offenbar doch wieder auf guten Wegen. Schon jetzt ist klar, wer nicht CEO wird.

Die beiden Bosse haben neu verhandelt: Lafarge-CEO Bruno Lafont und Holcim-Group-CEO Bernard Fontana
Die beiden Bosse haben neu verhandelt: Lafarge-CEO Bruno Lafont und Holcim-Group-CEO Bernard Fontana
Steffen Schmidt, Keystone

Die Verwaltungsräte der beiden Zementkonzerne Holcim und Lafarge haben sich auf neue Bedingungen für ihre Fusion geeinigt. Sie verständigten sich auf ein neues Austauschverhältnis von 9 Holcim- für 10 Lafarge-Aktien.

Lafarge-Chef Bruno Lafont wird zudem nicht wie ursprünglich vorgesehen CEO des fusionierten Konzerns, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Wer Chef des Unternehmens werden soll, ist noch unklar. In Kürze werde Lafarge aber einen Kandidaten ernennen, dem der Holcim-Verwaltungsrat zustimmen solle, hiess es.

Lafont und Wolfgang Reitzle, Verwaltungsratspräsident von Holcim, sollen zusammen Co-Präsidenten des neuen Konzerns werden und eng zusammenarbeiten. Beat Hess, der derzeit im Holcim-Verwaltungsrat sitzt, soll Vize-Verwaltungsratspräsident werden.

Die nun getroffenen Beschlüsse sollen den Holcim-Aktionären am oder um den 7. Mai herum an einer Aktionärsversammlung vorgestellt werden. Die beiden Zementkonzerne geben sich optimistisch: Verschiedene bedeutende Aktionäre hätten bereits ihre Zustimmung zum Zusammenschluss signalisiert, hiess es in der Mitteilung. Die Fusion werde für Juli 2015 erwartet.

Grossaktionäre unzufrieden

Die Neuverhandlung über die vor gut einem Jahr bekannt gegebene Fusion von Holcim und Lafarge war aufgrund des Drucks von Grossaktionären von Holcim aufgenommen worden. Diese waren nicht mehr zufrieden mit dem Umtauschverhältnis von einer Holcim-Aktie für eine Lafarge-Aktie.

Weil insgesamt mehr Aktien von Holcim als solche von Lafarge im Umlauf sind, entspricht dies einer Gewichtung von 53 zu 47. Der aktuelle Börsenwert umgerechnet zum derzeitigen Euro-Franken-Kurs beträgt jedoch rund 58 zu 42.

Auch hatten im Februar nicht beide Konzerne gleich glänzende Zahlen fürs Jahr 2014 präsentiert. So konnte Holcim den Reingewinn 2014 um 1,2 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Franken steigern, während Lafarge mit 143 Millionen nur noch auf ein Viertel des Gewinns von 2013 kam. Auch bei der operativen Marge schnitt Lafarge deutlich schlechter ab als Holcim.

Holcim-Grossaktionär Schmidheiny steht zu Vereinbarung mit Lafarge

Der grösste Aktionär das Schweizer Zementkonzerns Holcim steht hinter überarbeiteten Fusionsvereinbarung mit der französischen Lafarge. «Thomas Schmidheiny ist erfreut, dass es gelungen ist, die in den letzten Wochen aufgetretenen Diskrepanzen zu klären», erklärte ein Sprecher.

«Es ist ein starkes Signal, dass sich die industrielle Logik eines Zusammengehens der beiden Unternehmungen und die damit verbundenen langfristigen Perspektiven durchgesetzt haben.» Schmidheiny hält gut ein Fünftel der Holcim-Aktien. Der Holcim-Verwaltungsrat hatte in tagelangen Verhandlungen Nachbesserungen des ursprünglich im April 2014 getroffenen Fusionsabkommens durchgesetzt.

(SDA)

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