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Arbeitskleider der Post erhalten zweites Leben

Die Post will ab kommendem Jahr die Arbeitskleidung ihrer Briefträgerinnen, Postautochauffeure und Logistiker recyclen. Das war bisher wegen des Logos nicht möglich.

Jährlich bestellt die Post eine Viertel Million Kleidungsstücke: Eine Pöstlerin bei der Arbeit in Homburg TG. (Archivbild Keystone, Gaetan Bally)
Jährlich bestellt die Post eine Viertel Million Kleidungsstücke: Eine Pöstlerin bei der Arbeit in Homburg TG. (Archivbild Keystone, Gaetan Bally)

Die Post will ab kommendem Jahr nicht nur faire Arbeitskleider bestellen, sondern den nicht mehr Gebrauchten ein zweites Leben geben. Dies ist derzeit nicht möglich, weil keine Drittpersonen Kleider mit dem Postlogo tragen dürfen, wie die Post in ihrem Magazin schreibt. Daher sei derzeit der Mülleimer die einzige Option.

Ab März 2015 werden die Kleidungsstücke nun gesammelt. In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz werden sie sortiert, die Postlogos wo möglich abgetrennt oder ausgeschnitten und je nach Qualität weiterverwendet.

Mit der Idee des Kleider-Recyclings ist die Post nicht allein. In der Schweiz gibt es immer wieder Unternehmen, die die alten Arbeitskleider abgeben oder gar zur Herstellung von Freizeittaschen zur Verfügung stellen.

Fair hergestellt

Die Hemden, Hosen und Foulards wurden unter zumutbaren Umständen gefertigt: Die Post ist seit 2012 Mitglied der «Fair Wear Foundation» (FWF) und erhielt dieses Jahr die Bewertung «Leader». Weltweit wurden von der FWF 2014 elf von 40 geprüften Unternehmen als «Leader» bewertet. Dazu gehören auch die Schweizer Unternehmen Mammut und Switcher, wie der Webseite der unabhängigen Stiftung aus Amsterdam entnommen werden kann.

Jährlich bestellt die Post in Bulgarien, China, Italien, Jordanien, Polen, Portugal, Rumänien, Ungarn, in der Slowakei, der Schweiz, in Tschechien und der Türkei eine Viertel Million Kleidungsstücke für ihre rund 37'000 Mitarbeitenden. Es sind 77 Artikel vom Gürtel - der in der Schweiz hergestellt wird - über Hosen, Jacken und Hemden bis zu Schals.

Arbeitsbedingungen und -sicherheit unter der Lupe

85 Prozent der Kleidungsstücke werden in Osteuropa gefertigt, der kleinere Teil in Asien, wie die Post in ihrem Magazin «die Post» mitteilt. Mit dem Beitritt zur FWF verpflichtete sich die Post, die Arbeitsbedingungen in jeder einzelnen Produktionsstätte zu prüfen.

Dabei wird gemäss Secil Helg, der Projekteinkäuferin Bekleidung bei der Post, alles inspiziert: «Von den Warnhinweisen über die Löhne und Verträge der Angestellten sowie die Freihaltung der Notausgänge bis zum Verbandskasten.»

Wichtig ist der FWF dabei die Einhaltung von acht Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Nicht-Profit-Organisation überprüft jedes ihrer 80 Mitglieder regelmässig und bewertet deren Bemühungen für faire Arbeitsbedingungen.

Aktive Unterstützung der Lieferbetriebe

2013 prüfte die Post 96 Prozent ihres Einkaufsvolumens. Mit Lieferanten, die sich den FWF-Regeln verweigern, beendet sie ihre Zusammenarbeit. Um Überstunden zu verhindern, ist sie bereit, Lieferverzögerungen zu diskutieren. Und in einem Fall hat sie mit zusätzlichen Bestellungen Lohnerhöhungen durchgesetzt.

Switcher-Gründer Robin Cornelius, dessen Unternehmen seit 2006 Mitglied der FWF ist, ist überzeugt, «dass die Nähe und die Treue zu unseren Lieferanten dazu beitragen können, dass die Arbeitsbedingungen vor Ort durch konkrete Massnahmen verbessert werden», wird er im Post-Magazin zitiert.

Um den Standard zu halten, muss sich die Post bei der Beschaffung der Arbeitsbekleidung ihrer Mitarbeitenden weiter verbessern, denn die Ansprüche der FWF an ihre Mitglieder steigen von Jahr zu Jahr.

SDA/rub

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