Zum Hauptinhalt springen

Arab Bank muss Terroropfer entschädigen

Ein Gericht in New York sieht es als erwiesen an, dass das renommierte Geldinstitut Arab Bank die radikale Palästinenserbewegung Hamas finanziell unterstützt habe.

Kündigte Einspruch an: Die Arab Bank in Amman, Jordanien. (Archivbild)
Kündigte Einspruch an: Die Arab Bank in Amman, Jordanien. (Archivbild)
AFP

Eines der grössten und angesehensten Finanzinstitut im Orient, die Arab Bank, ist von der US-Justiz wegen der «Unterstützung von Terroristen» haftbar gemacht worden. Der Vorwurf: Die Bank soll der radikalen Palästinenserbewegung Hamas Finanzhilfe gewährt haben.

Die Arab Bank müsse wegen der systematischen Unterstützung der Hamas deren Opfern Entschädigungen zahlen, urteilte die Jury eines New Yorker Bezirksgerichts am Montag. Gegen die Bank geklagt hatten vor zehn Jahren Angehörige von Opfern, die bei Selbstmordanschlägen in Israel und den Palästinensergebieten getötet worden waren. Die Bank habe den Hinterbliebenen von Attentätern hohe Geldsummen überwiesen.

Ein Anwalt der Klägerseite feierte das Urteil als «Meilenstein», da erstmals eine Bank für die «Unterstützung von Terroristen» haftbar gemacht worden sei.

Die Arab Bank kündigte hingegen Einspruch an, da das Verfahren von «dünnen Beweisen» geprägt und «mit Fehlern gespickt» gewesen sei. Zeugen der Verteidigung seien gleich reihenweise abgelehnt worden. Die Höhe der Entschädigungssumme wurde noch nicht festgelegt, dazu wäre ein zweites Verfahren notwendig.

Geld aus Saudiarabien

Die Arab Bank soll Anschläge finanziert haben, indem sie während der Zweiten Intifada von 2000 bis 2005 den Familien von Selbstmordattentätern der Hamas Geld aus einem in Saudiarabien angelegten Entschädigungsfonds überwies. Mehr als 70 Millionen Dollar sollen so an die Hamas und andere Organisationen geflossen sein.

Die Bank beharrt darauf, dass kein Zusammenhang zwischen ihren Geldtransfers und der Finanzierung von Anschlägen nachgewiesen worden sei. Das Kreditinstitut habe auch nichts mit dem Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu tun und lediglich «alltägliche Bankgeschäfte ausgeführt».

Diese verstiessen in keiner Weise gegen US-Gesetze zur Terrorabwehr. Zudem habe die Bank nie die Absicht gehabt, «die Hamas oder andere bekannte Terrorgruppen zu unterstützen».

In 30 Ländern aktiv

Das erste private Geldinstitut in der arabischen Welt ist heute ein multinationales Finanzunternehmen mit 600 Niederlassungen in 30 Ländern, darunter die Schweiz. In der Bilanz für 2013 wies die Arab Bank Einlagen in Höhe von 46,4 Milliarden Dollar aus, bei einem Eigenkapital von 7,8 Milliarden Dollar. Über acht Jahrzehnte überstand die Firmengruppe alle Kriege und Umbrüche im Nahen Osten.

In den Palästinensergebieten ist die Arab Bank für Entwicklungshelfer aus den USA und Europa, von der UNO oder internationalen Hilfsorganisationen die erste Wahl, wenn es um die Finanzausstattung von Aufbauprojekten geht.

Sie verwaltet auch die Konten der Palästinensischen Autonomiebehörde, auf die Israel deren Anteil an Zöllen und Steuereinnahmen überweist. Mit fast eintausend Bankangestellten in 27 Filialen ist das Institut auch einer der wichtigsten Arbeitgeber im Westjordanland und in Gazastreifen.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch