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Apples unglaubliche Aufholjagd

Noch 2013 verkaufte Samsung zum Jahresende fast doppelt so viele Handys wie Apple. Nun liegen die beiden Marktführer gleichauf. Der Schlüssel für diese Verschiebung liegt in China.

Apple frisst seinem südkoreanischen Konkurrenten Marktanteile weg: Ein Samsung Galaxy S5 vor einem Apple-Symbol.
Apple frisst seinem südkoreanischen Konkurrenten Marktanteile weg: Ein Samsung Galaxy S5 vor einem Apple-Symbol.
Dado Ruvic, Reuters

Auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt macht der US-Technologiekonzern Apple seinem südkoreanischen Konkurrenten Samsung die Rolle als Weltmarktführer streitig. Apple und Samsung verkauften im vierten Quartal 2014 mit 74,5 Millionen Stück gleich viele Smartphones, wie das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics heute mitteilte.

Damit kamen beide auf einen Marktanteil von 19,6 Prozent. Im Vorjahresquartal kamen noch rund 30 Prozent der Smartphones von Samsung, Apple lag damals unter 18 Prozent. Apple verkaufte demnach in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres 23,5 Millionen Smartphones mehr als im Vorjahreszeitraum. Samsung setzte dagegen etwa zwölf Millionen Geräte weniger ab als noch ein Jahr zuvor.

Im Gesamtjahr liegt Samsung vorn

Auf das Gesamtjahr 2014 gerechnet hatte Samsung aber mit insgesamt 317,2 Millionen verkauften Smartphones weiter die Nase vorn. Apple verkaufte laut Strategy Analytics 192,7 Millionen Geräte. Von den Südkoreanern kam demnach rund jedes vierte Smartphone, Apple erreichte einen Marktanteil von 15 Prozent.

Der Smartphone-Markt ist hart umkämpft. Samsung hatte den Pionier Apple im dritten Quartal 2011 als Unternehmen mit den meisten verkauften Smartphones entthront. Im vergangenen Jahr spürte das südkoreanische Unternehmen aber deutlichen Druck von Apple mit seinem neuen iPhone 6 und aufstrebenden chinesischen Konkurrenten wie Xiaomi.

Chinesische Konkurrenz macht Samsung zu schaffen

Besonders im Weihnachtsgeschäft lieferten sich Apple und Samsung beim Handy-Absatz ein Kopf-an-Rennen. Die teuren iPhones scheinen der Konkurrenz von chinesischen Herstellern dabei weniger stark ausgesetzt zu sein als die günstigeren Samsung-Modelle.

Seit dem bisherigen Höchststand von Samsungs Marktanteil haben chinesische Hersteller den Koreanern Marktanteile bei günstigen Telefonen abgejagt, während Apple im Hochpreissegment punktete.

Auf Platz drei lag im vergangenen Quartal denn auch der weltgrösste PC-Hersteller Lenovo – allerdings mit grossem Abstand. Der Marktanteil der Chinesen erreichte dank der Übernahme von Motorola laut Strategy Analytics 6,3 Prozent. Der chinesische Rivale Huawei kam demnach auf 5,1 Prozent. Insgesamt wuchs der Smartphone-Absatz im Jahresvergleich um 31 Prozent auf gut 380 Millionen Geräte.

Rekord für Apple – Einbruch bei Samsung

Das Geschäft ist für den iPhone-Konzern deutlich lukrativer, weil er im Gegensatz zu Samsung keine günstigen Smartphones verkauft. Während Apple für das zurückliegende Quartal einen Rekordgewinn von 18 Milliarden Dollar vermeldete, musste Samsung einen Gewinneinbruch hinnehmen. Zwischen Oktober und Dezember erwirtschaftete das südkoreanische Unternehmen mit 5,3 Billionen Won (4,4 Milliarden Franken) knapp 27 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen heute mitteilte. Im Gesamtjahr 2014 schrumpfte der Gewinn erstmals seit drei Jahren – und das deutlich. Samsung blieben unterm Strich 23,4 Billionen Won – ein Minus von gut 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Samsung stellt zwar alle möglichen elektronischen Bauteile und Geräte von Speicherchips über Fernseher bis hin zu Spülmaschinen her. Doch Smartphones, Tablet-Computer und andere mobile Geräte sorgen für einen Grossteil des Konzerngewinns.

AFP/rub

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