Air Berlin geht an Lufthansa und Easyjet

Die insolvente Airline hat seit September insgesamt 16 Angebote erhalten, beschränkt sich nun aber auf zwei. Rund 80 Prozent der Angestellten haben angeblich gute Jobaussichten.

Verhandlungen: Air Berlin geht an Lufthansa und Easyjet. Video: Reuters

Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin gibt es nach Angaben des Unternehmens gute Jobperspektiven für einen Grossteil der Beschäftigten. «Wir sind auf dem Weg, für rund 80 Prozent unserer Kolleginnen und Kollegen gute Chancen für neue Arbeitsplätze bei den Bietern erreichen zu können», erklärte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Aufsichtsrates. Es seien insgesamt 16 Angebote «unterschiedlicher Qualität» eingegangen.

Air Berlin verhandelt nun exklusiv mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet über den Verkauf von Unternehmensteilen. Es gibt zurzeit keine unterschriebenen Verträge. Das Unternehmen hofft, bis zum 12. Oktober die Details regeln zu können.

Air Berlin wird ihr Langstreckenangebot bis am 15. Oktober 2017 vollständig beenden, wie es in der Medienmitteilung heisst. Grund sei, dass die Flugzeugsleasingfirmen ihre Airbus A330-Jets zurückzögen.

Lufthansa will Niki, Easyjet will Flieger

Die Lufthansa habe für die Air-Berlin-Töchter Niki und Luftverkehrsgesellschaft Walter sowie weitere Teile geboten, teilte das Unternehmen mit. Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen eröffne eine Perspektive für mehrere tausend Mitarbeiter.

Easyjet will demnach einen Teil der Flotte kaufen, die Rede war von 27 bis 33 Flugzeugen. Dadurch ergäben sich ebenfalls Perspektiven für neue Arbeitsplätze für die Air-Berlin-Mitarbeiter. Darüber hinaus gebe es auf dem Arbeitsmarkt eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern.

Staatlicher Überbrückungskredit

Bei Air Berlin arbeiten mehr als 8500 Menschen. Die Airline hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Das Bieterverfahren lief bis Mitte September.

Zur Sicherung des Flugbetriebs hat Air Berlin einen Überbrückungskredit von der Bundesregierung bekommen. Wenn die Abschlüsse mit Lufthansa und Easyjet wie geplant «finalisiert» würden, bestehe eine gute Chance, den Kredit zurückzuzahlen, erklärte Air Berlin. Über den Kaufpreis sei aber Stillschweigen vereinbart worden. Medienberichten zufolge rechnet der Gläubigerausschuss mit bis zu 350 Millionen Euro.

Allerdings sei ein stabiler Flugbetrieb in den kommenden Tagen und Wochen Grundvoraussetzung für den Erfolg der Verhandlungen, warnte der Generalbevollmächtigter Frank Kebekus am Montag. «Alles andere gefährdet die Verhandlungen.» Ungewöhnlich viele Krankmeldungen von Piloten hatten vor zwei Wochen zu zahlreichen Flugausfällen und damit zu einem Vertrauensverlust von Passagieren geführt.

mch/afp

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