«Wir sind keine Abteilung der SBB»

Die BLS bleibt dabei: Sie will nach Basel und Brig fahren und bewirbt sich für eine eigene Fernverkehrskonzession.

Wo fährt die BLS in Zukunft?
Video: SDA

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Die BLS hat ihre Pläne nicht geändert: Sie will künftig Fernverkehrszüge nach Basel und Brig betreiben. Nachdem am Morgen bekannt wurde, dass es in Sachen Fernverkehrskonzession zu keiner Einigung mit den SBB kam, hat nun auch die BLS ihre Gesuch an das Bundesamt für Verkehr (BAV) vorgestellt.

An der Medienkonferenz vom Freitagnachmittag in Bern hiess es, man wolle die Regionen Bern, Basel, Olten, das Berner Oberland und das Oberwallis und die Romandie «optimal mit modernen Zügen» verbinden. Konkret bewirbt sich die BLS für die Fernverkehrslinien Interlaken Ost–Bern–Olten–Basel (ab 2022) und von Brig bis Basel (ab 2023). Ursprüngliche Pläne einer Fernverkehrslinie bis nach Zürich-Flughafen und in die Ostschweiz hat die BLS fallengelassen. Zusätzlich bewirbt sich die BLS für die Regioexpress-Linien von Bern nach Olten (ab 2020), von Biel nach Bern (ab 2020) und von Le Locle nach Bern (ab 2022).

Von der BLS beantragte Fernverkehrskonzessionen (zvg/BLS)

Man sei der festen Überzeugung, dass der Einzug eines «gesunden» Wettbewerbs das Bahnsystem belebe und auch letztlich den Fahrgästen zugute komme, sagte BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli. Damit sei nicht ein Preiskampf gemeint. Es gehe darum, gewisse Entscheide anders zu fällen: «Minibar ja oder nein? Bediente Schalter ja oder nein?»

«Streben Systemwechsel an»

Die BLS verzichtet auf die lukrativen Linien nach Zürich-Flughafen. «Wir streben einen Systemwechsel vom Monopol zum Wettbewerb an», sagt Stämpfli. Dies soll aber in kleinen Schritten geschehen. Man stelle sich nicht gegen die SBB. Im eng verknüpften Schweizer System gehe es nur mit Zusammenarbeit. Diese Koordination soll weiterhin aufrecht erhalten werden, so Stämpfli.

Das Gesuch, dass die BLS nun eingeben hat, beruhe auf einer Konsenslösung, die einst von einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von BLS und SBB erarbeitet worden war. Nur hätten sich die SBB von dieser Lösung wieder zurückgezogen.

Die BLS bliebe weiterhin offen für die Zusammenarbeit mit der SBB, aber unter er Voraussetzung einer eigenen Konzession: «Wir sind keine Abteilung der SBB», sagt Stämpfli. Man wolle weiterhin als eigenständiges Unternehmen funktionieren. «Die SBB soll nicht ein weiterer Besteller von Dienstleistungen sein», sagt auch BLS-Chef Bernard Guillelmon. «Wir wollen gestalten, das geht nur mit einer eigener Konzession.»

Die angestrebte Konzession würden keine zusätzlichen Kosten bei Bund und Kanton verursachen, versichert Guillelmon. Das zeige der Business-Plan, den die BLS beim BAV eingereicht hat. «Die BLS kann die Linien eigenwirtschaftlich betreiben.»

Kein Verständnis für «Druckversuche»

Zum Verhalten der SBB in den letzten Monaten findet Stämpfli deutliche Worte: «Es ist vollkommen falsch, wenn man versucht, seinen Gegenspieler unter Druck zu setzen.» Das Verhalten der SBB habe sicher nicht dazu beigetragen, eine offene Gesprächskultur zu fördern.

Die SBB versuche mit dem Angebot, das die geplante Werkstätte im Berner Chliforst überflüssig machen könnte, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dies sei in einem System, das auf einem rechtlich klar geregelten Ausschreibungsverfahren beruhe, nicht angebracht. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2017, 13:16 Uhr

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