Versicherer kehren der AKW-Lobby den Rücken

Nach der Mobiliar treten nun auch die Allianz Suisse und die Axa-Winterthur aus dem Nuklearforum aus.

Mit der Allianz Suisse und der Axa-Winterthur sind zwei weitere grosse Versicherer aus dem Nuklearforum ausgestiegen.

Mit der Allianz Suisse und der Axa-Winterthur sind zwei weitere grosse Versicherer aus dem Nuklearforum ausgestiegen. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Das Nuklearforum, die Lobbying-Organisation der Kernkraftbefürworter, verliert zwei weitere Mitglieder. So bestätigen die beiden grossen Versicherer Allianz Suisse und Axa-Winterthur auf Anfrage, dass sie ihre Mitgliedschaft dieses Jahr nicht erneuern werden.

Nachdem der «Bund» im vergangenen Oktober berichtet hatte, dass die Mobiliar dem Nuklearforum beigetreten war, erhielt die Berner Versicherung harsche Reaktionen von Kunden. Darauf beschloss die Mobiliar, auf die 4500 Franken teure Mitgliedschaft zu verzichten.

Auch die Allianz Suisse erhielt kritische Post von Versicherten und wird aus dem Nuklearforum austreten. Die Axa-Winterthur ist ebenfalls zum Entscheid gekommen, die Organisation nicht weiter zu unterstützen.

Sprecherin Nicole Horbelt schreibt, die Axa-Winterthur unterstütze die Energiestrategie 2050 des Bundes (welche den Atomausstieg beinhaltet). «Fakt ist für uns, dass das Nuklearforum Kernenergie als zukunftsfähige und innovative Technologie in der Schweiz positioniert und dafür Campaigning betreibt.» Dies sei mit der gesellschaftlichen Verantwortung der Versicherung nicht vereinbar.

Einnahmen schrumpfen

Mit der Übernahme der Nationale Suisse durch die Helvetia verliert das Nuklearforum auch die letzte Versicherung als Mitglied. Auch der Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen hat seine Mitgliedschaft nicht erneuert, wie aus dem diese Woche publizierten Jahresbericht des Nuklearforums hervorgeht.

Die Versicherer haben den Kontakt zu den AKW-Betreibern gesucht, weil sie im sogenannten Nuklearpool die Risiken der Schweizer Atomkraftwerke versichern. Diese Riesen-Policen laufen bis zur Stilllegung der Schweizer AKW weiter.

Das Nuklearforum hat seinen Sitz in Bern in den Büros der internationalen PR-Agentur Burson-Marsteller. Die Organisation musste letztes Jahr wiederum mit weniger Mitteln auskommen. So schrumpften die Einnahmen von 2,8 auf 2,4 Millionen Franken. (Der Bund)

Erstellt: 30.06.2016, 07:48 Uhr

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