Traditionsfirma verlagert Jobs nach Asien

Bischoff Textil produziert zukünftig in Thailand und Sri Lanka. 45 Angestellte in St. Gallen und Diepoldsau verlieren ihre Stelle.

Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Mitarbeiterinnen der Bischoff Textil AG kontrollieren die hergestellen Stickereien in Diepoldsau. (Archiv)

Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Mitarbeiterinnen der Bischoff Textil AG kontrollieren die hergestellen Stickereien in Diepoldsau. (Archiv)

(Bild: Keystone)

Das St. Galler Stickereiunternehmen Bischoff Textil kündigte an, dass sie einen Grossteil seiner Produktion nach Thailand und Sri Lanka verlagert. 45 Mitarbeitende an den Standorten St. Gallen und Diepoldsau SG sind von dieser Massnahme betroffen. Der Stellenabbau soll schrittweise bis Sommer 2019 erfolgen.

Grund für die Verlagerung der Schweizer Produktion und der dazugehörigen Bereiche in die Joint-Venture-Unternehmen in Fernost seien Kosten- und Wettbewerbsgründe, teilte die Bischoff Textil AG am Montag mit. Zuvor waren die Mitarbeitenden über die Ergebnisse des Konsultationsverfahrens informiert worden.

Von den weltweit 1000 Beschäftigten arbeiten bereits heute nur noch 76 in der Schweiz. Für 10 der betroffenen 45 Personen lägen bereits Stellenanfragen anderer Unternehmen vor, heisst es in der Mitteilung. Die Angestellten des Unternehmens waren bereits im September über die mögliche Verlagerung informiert worden.

Die Betroffenen erhalten gemäss Mitteilung «eine grosszügige finanzielle Unterstützung» aus einem speziellen Vorsorgefonds. Von den sechs Lernenden werden zwei die Lehre bei der Bischoff Textil AG zu Ende führen und vier in Zusammenarbeit mit dem Amt für Berufsbildung an andere Unternehmen vermittelt.

Lange St.Galler Tradition

Man bedaure die Entscheidung der Produktionsverlagerung ausserordentlich, schreibt die Textilfirma. Im Bewusstsein, dass die Unternehmung auf eine lange St.Galler Tradition baut, schmerze dieser Entscheid sehr.

Im dreiwöchigen Konsultationsverfahren wurden vor allem organisatorische Fragen behandelt – etwa wie neben der Produktion von «technischen Textilien» und «Spezialitäten» allenfalls auch Teile der Designentwicklung und des Verkaufs vor Ort bleiben könnten. Für die Designentwicklung («Swiss Design») werde ein möglicher Lösungsansatz noch näher angeschaut geprüft.

Der Schritt zur Verlagerung der Stellen habe sich abgezeichnet, heisst es weiter. Der Produktionsstandort Schweiz sei für die Herstellung und den Vertrieb hochwertiger Stickereien und Textilien zu teuer.

fal/sda

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