Städtereisen nach Hamburg werden teurer

Schlechte Nachrichten für alle Hamburg-Fans: Easyjet gibt den Standort auf. Besonders hart trifft dies Reisende ab Zürich.

Trips in den Norden werden teuer: Hamburg.

Trips in den Norden werden teuer: Hamburg. Bild: Focke Strangmann/Keystone

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Hafenrundfahrten, eine Besichtigung der neuen Elb-Philharmonie, Ausgang auf der Reeperbahn: Hamburg ist bei Schweizer Wochenendreisenden besonders beliebt. Bei Hotelplan ist die nordische Stadt diesen Sommer Nummer 1 der begehrtesten Städtetrip-Destinationen. Der Ausflug in die Hansestadt dürfte für Schweizer Reisende jetzt allerdings teurer werden: Denn Easyjet bietet neu keine Flüge mehr auf der Strecke Zürich–Hamburg an, wie ein Sprecher gegenüber der «Handelszeitung» bestätigt.

Auf der Easyjet-Website wird Kunden nahegelegt, von Basel aus nach Hamburg zu fliegen. Von dort aus bietet die Billigairline noch entsprechende Flüge an. Grund für das Aus der Strecke ab Zürich ist der Abzug von Easyjet aus Hamburg. «Durch die Entscheidung, den Standort Hamburg mit Beginn des diesjährigen Sommerflugplans zu schliessen, sind einige Strecken von und nach Hamburg betroffen», teilt ein Sprecher dieser Zeitung mit. Easyjet sei aber bestrebt, Zürich an das Easyjet-Netzwerk anzubinden.

Monopolstellung der Lufthansa

Erst 2014 hatte die Airline ihre Basis in Hamburg kräftig ausgeweitet, zuletzt dann aber bekannt gegeben, ihre Flugzeuge dort abziehen zu wollen. Grund dafür seien Überkapazitäten auf verschiedenen Strecken am Hamburger Airport. «Wir wollten Nummer eins oder zwei sein, waren aber nur Nummer vier», sagte die Sprecherin der deutschen Presseagentur.

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Mit der Einstellung der Strecke Zürich–Hamburg bei Easyjet steigt die Monopolstellung der Lufthansa weiter. Die Route zwischen Zürich und Hamburg wird fortan nur noch von den Lufthansa-Töchtern Swiss und Eurowings bedient. Und dort dürften die Preise steigen. Swiss-Sprecher Stefan Vasic sagt dazu lediglich, dass sich die Preise grundsätzlich nach dem Markt, also Angebot und Nachfrage, richteten.

Dreifacher Preis

Stichproben zeigen aber, dass Flüge mit Swiss nach Hamburg an diesem Freitag (6. Juli) ab 317 Franken kosten, während Flüge nach Berlin-Tegel, das neben der Swiss auch von Easyjet bedient wird, ab 125 Franken zu haben sind. Bei Eurowings zahlen Reisende ab 249 Franken für die Strecke Zürich–Hamburg. Dasselbe Bild zeigt sich an anderen Stichtagen.

Swiss-Sprecher Vasic weist darauf hin, dass bereits viele Strecken in Europa nur von einer Airline bedient würden. Die Swiss habe in Zürich die klassische Marktstellung eines Netzwerk-Carriers: «Es ist vor diesem Hintergrund nichts Aussergewöhnliches, dass ein solcher Anbieter aus seinem Heimatland viele Strecken allein betreibt.»

Monopolstrecken teurer

Fakt ist, dass die Swiss-Mutter Lufthansa seit der Air-Berlin-Pleite auf vielen Strecken ab Zürich konkurrenzlos unterwegs ist: etwa Zürich–Düsseldorf, Zürich–Köln, Zürich–Wien, Zürich–Frankfurt oder Zürich–Brüssel. Auch Zürich–Berlin-Tegel war vorübergehend eine Monopolstrecke der Lufthansa, nun hat aber Easyjet den Betrieb auf dieser Linie aufgenommen.

Auf den Strecken, die nur von Lufthansa-Töchtern betrieben werden, sind die Preise gepfeffert: Wer am Freitag, 6. Juli, nach Frankfurt fliegen will, muss für einen Flug mit Swiss mindestens 576 Franken auf den Tisch legen. Nach Berlin-Tegel, das ab Zürich keine Monopoldestination mehr ist, kostet ein Flug mit Easyjet im Vergleich ab 97 Franken. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.07.2018, 11:51 Uhr

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