Post und Swisscom investieren in Boommarkt

Die beiden Staatskonzerne stecken weiteres Geld in die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Post und Swisscom investieren weiterhin in die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Post und Swisscom investieren weiterhin in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Bild: Keystone

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Die digitale Gesundheit boomt. Ökonomen sprechen davon, dass der Markt, der unter anderem elektronische Patientendossiers, aber auch Gesundheitsarmbänder und -apps umfasst, jährlich zwischen 12 und 16 Prozent wächst. Im Jahr 2020 sollen in dem Bereich global über 230 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Wachstum ist auch in der Schweiz zu erwarten – nicht nur weil das Parlament diesen Sommer beschlossen hat, dass Spitäler ab 2018 und Pflegeheime ab 2020 elektronische Patientendossiers anbieten müssen.

Vom Boom will auch die Schweizerische Post profitieren. Sie ist seit rund zehn Jahren im Geschäft – seit gestern noch ein bisschen dicker. Der gelbe Riese übernimmt das E-Health-Unternehmen Health Care Research Institute (HCRI) für einen nicht genannten Betrag.

Das Zürcher Start-up beschäftigt 17 Mitarbeitende. Es unterstützt seine rund 400 Kunden – darunter laut Communiqué viele Spitäler und Pflegeeinrichtungen – bei der digitalen Qualitätssicherung und der Informationsverarbeitung. Mit der Akquisition erweitert die Post ihr eigenes Dienstleistungsangebot im Bereich E-Health, das auf der Plattform Vivates zusammengefasst wird. HCRI werde vorerst als eigenständiges Unternehmen weitergeführt, teilte die Post mit. «Langfristig wird das Unternehmen allerdings vollständig in die Post integriert», heisst es dort auf Anfrage. Wie viel die Post bereits in den Aufbau des Geschäftsbereichs investiert hat, bleibt ihr Geheimnis, ebenso, wie viel Umsatz sie dort macht. Klar ist nur, dass die Post damit bisher kein Geld verdient: In einer so frühen Phase seien die Entwicklungskosten noch nicht gedeckt, erklärte Post-Entwicklungschefin Claudia Pletscher unlängst gegenüber dem «Bund». Der neu akquirierte Partner sei aber profitabel, sagt Post-Sprecher Bernhard Bürki, ohne jedoch Gewinn- oder Umsatzzahlen von HCRI zu nennen.

Schwanger dank Swisscom

Der gelbe Riese ist nicht das einzige Staatsunternehmen, dass sich ein Stück vom E-Health-Kuchen sichern will. Auch die Swisscom hat den Boommarkt für sich enttdeckt. Auch sie bietet elektronische Patientendossiers und Gesundheitsapps an. Und auch sie investiert in diesen Bereich. Gestern gab der Telecomkonzern bekannt, er unterstütze das Schweizer Start-up Ava. Dieses hat ein Armband entwickelt, welches Paaren bei der Planung einer Schwangerschaft hilft. Ava bereite sich momentan auf den Markteintritt in den USA vor und habe ein Büro in San Francisco eröffnet, teilte die Swisscom mit. Zusammen mit der ZKB und anderen Partnern habe man rund 2 Millionen Franken investiert.

Ava ist einer von fünf Gewinnern der Swisscom Start-up Challenge. Zusammen mit den andern Siegern – Archilogic, Crowd, Gamaya und Monetas – haben die Verantwortlichen die letzte Woche im Silicon Valley verbracht und dort ein Mentorenprogramm absolviert. Neben Ava investiert die Swisscom in Crowd, ein Tool zum Organisieren und Koordinieren von Freizeitaktivitäten. (Der Bund)

Erstellt: 21.10.2015, 07:28 Uhr

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