Menschen brauchen nicht noch mehr Möbel – sagt Ikea

Der Absatz von Möbeln habe in den Industrieländern das Maximum erreicht. Das sagt kein Umweltaktivist, sondern ein Mitglied der Konzernleitung von Ikea.

Schöne, bunte Shoppingwelt: Ikea will, dass Menschen bessere Möbel kaufen.

Schöne, bunte Shoppingwelt: Ikea will, dass Menschen bessere Möbel kaufen. Bild: Reuters

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Marion King Hubbert schuf mit «Peak Oil» in den Siebzigerjahren ein Schlagwort, das die Energiebranche bis heute umtreibt. Der Amerikaner prognostizierte damals ein globales Fördermaximum, nach dem der Ausstoss von Erdöl irreversibel abfällt. Seine Theorie ist längst allgemein anerkannt. Wann dieser Zeitpunkt eintrifft, ist freilich umstritten.

Offenbar gibt es aber nicht nur Peak Oil, sondern auch Peak Furniture – ein Möbelfördermaximum. Das glaubt zumindest der Nachhaltigkeitschef von Ikea. Im Westen habe man vermutlich Peak Stuff erreicht, sagte Steve Howard an einer Konferenz in London, also den Höhepunkt bei der Produktion und beim Absatz vieler Produkte. «Ich würde sagen, wir haben Peak rotes Fleisch, Peak Zucker, Peak Dinge, Peak Wohneinrichtungen erreicht.» Das trifft auch Ikea selbst. Die Menschen in den Industrieländern hätten heute genug Möbel, so Howard.

Ikea will den Umsatz massiv erhöhen

Sägt da einer am Ast, auf dem er sitzt? Immerhin ist Ikea mit 328 Filialen in 28 Ländern, 155'000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 32,7 Milliarden Euro der grösste Möbelhändler der Welt. Howard verneint. «Auf globaler Ebene sind die meisten Menschen noch arm, und die meisten Leute haben noch nicht genug. Es gibt globale Chancen», so das Ikea-Konzernleitungsmitglied. Die Wachstumsmöglichkeiten seien nur ungleich über den Globus verteilt.

Und auch in den Industriestaaten sieht Ikea noch Chancen. Der Konzern will seine Möbel mehr und mehr rezyklier- und reparierbar machen. Die Kunden sollen das Billy-Regal nicht mehr einfach wegschmeissen, wenn es aus den Fugen gerät, und durch ein neues ersetzen, sondern von Anfang an ein besseres Produkt erhalten. Ikea will seinen Umsatz in den kommenden fünf Jahren auf 50 Milliarden Euro erhöhen – ein Plus von 52 Prozent gegenüber heute. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2016, 11:18 Uhr

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