Kunden der Postfinance handeln Aktien bald via Swissquote

Postfinance arbeitet in Zukunft mit Swissquote zusammen. Für die Kunden wird sich ab Herbst 2015 einiges ändern.

Wo Postfinance draufsteht, ist nicht zwingend Postfinance drin.

Wo Postfinance draufsteht, ist nicht zwingend Postfinance drin.

(Bild: Adrian Moser (Symbolbild))

Mischa Stünzi

Wo Postfinance draufsteht, ist nicht zwingend Postfinance drin. Etwa bei der Online-Handelsplattform. Sie läuft noch bis Herbst 2015 über die Waadtländer Kantonalbank. Dann übernimmt die Postfinance das System von Swissquote. Die Onlinebank wird die Wertschriftenaufträge ausführen, die Postfinance-Kunden im E-Banking erfassen. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird sich die Postfinance über eine Kapitalerhöhung mit fünf Prozent an Swissquote beteiligen.

Für die Kunden der gelben Bank wird sich der Onlinehandel komplett ändern – nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich, wie Postfinance-Sprecher Marc Andrey sagt. «Unser neues Angebot wird dem von Swissquote stark ähneln.» Der Kunde habe so Zugriff auf neue Börsenplätze, und ihm stünden weitere Tools zur Verfügung. Postfinance möchte mit dem erweiterten Service neue Kunden gewinnen und bestehende dazu bewegen, den Onlinehandel zu nutzen. Laut Andrey sieht die Bank «grosses Potenzial am Markt und bei den eigenen Kunden».Bisher hatte die Postfinance nicht gerade durchschlagenden Erfolg mit ihrem Online-Handel. Nur 60 000 der rund 3 Millionen Kunden nutzen das Angebot heute. Zum Vergleich: Bei Swissquote haben 220'000 Personen ein E-Depot. Die UBS hat 1,3 Millionen Kunden, die ihre Bankgeschäfte via Internet erledigen. Wie viele davon auch online handeln, kann – oder will – die Grossbank allerdings nicht sagen.

Die 60'000 E-Trading-Kunden der Postfinance wurden automatisch zu Kunden der Waadtländer Kantonalbank. Weil die Postfinance erst seit einem Jahr über die Banklizenz verfügt, konnte sie selber keine Depots anbieten. Die Wertschriften der Kunden wurden deshalb bei der Kantonalbank aufbewahrt. Ob das Kunden davon abgehalten habe, online Wertschriften zu handeln, könne er nicht beurteilen, meint Andrey. «Die Kunden mussten aber nur einen Antrag unterzeichnen. Wir haben es ihnen so einfach wie möglich gemacht.» Solche Doppelbeziehungen sind in Zukunft eh nicht mehr nötig. Ab 2015 wird die Postfinance die Wertschriftendepots ihrer Kunden selber betreuen.

Es sei nicht von Anfang an klar gewesen, dass die Zusammenarbeit mit der Waadtländer KB beendet werde, sagt Postfinance-Sprecher Andrey. «Wir haben verschiedene Optionen geprüft – auch, ob wir alles selber machen sollen. Swissquote machte schliesslich das beste Angebot.» Wie viel die Postfinance der Onlinebank für die Nutzung der Plattform bezahlt und ob es weniger ist als die bisherigen Auslagen an die Waadtländer KB, sagen die neuen Partner nicht. «Die Zusammenarbeit ist für uns wirtschaftlich attraktiv», so Andrey.

Der Bund

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