Klage gegen SBB wegen Abschaffung der Minibar

Die Mitarbeiter von Elvetino erfuhren durch die Medien vom Ende der SBB-Minibar. Die Gewerkschaft geht nun vor dem Schiedsgericht gegen das Unternehmen vor.

Die betroffenen Angestellten der SBB-Tochter Elvetino sollen umgeschult werden: Ein Mitarbeiter verkauft Kaffee im Zug. (4. April 2014)

Die betroffenen Angestellten der SBB-Tochter Elvetino sollen umgeschult werden: Ein Mitarbeiter verkauft Kaffee im Zug. (4. April 2014)

(Bild: Keystone Steffen Schmidt)

Ende 2017 ist Schluss mit der SBB-Minibar: Für die SBB ist das Gastro-Angebot zu wenig lukrativ, neu gibt es ein Take-away-Angebot im Speisewagen. Die rund 200 Mitarbeiter der SBB-Tochter Elvetino sollen umgeschult werden. Doch nun droht Elvetino Ärger. Wie das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF berichtet, klagt die Bahngewerkschaft vor Schiedsgericht wegen Verletzung des Arbeitsvertrags.

Konkret geht es darum, dass die Mitarbeitenden nicht vorgängig informiert, sondern durch die Medien von den geplanten Änderungen erfahren mussten. Das Unternehmen habe den GAV dadurch verletzt, dass die Gewerkschaft als Sozialpartnerin nicht informiert wurde, sagt Regula Bieri, Gewerkschaftssekretärin vom Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonalverband (SEV). Auch die Personalkommission sowie die Mitarbeiter selbst hätten orientiert werden müssen.

SEV fürchtet Entlassungen

Bei Elvetino bedauert man die Klage des SEV. «Wir müssen dazu stehen, dass wir im Vorfeld zwar Gespräche geführt haben bezüglich Strategieänderung, aber der direkte Kontakt zwischen Elvetino und SEV hat am Vorabend der Kommunikation nicht stattgefunden», sagt Elvetino-Chef Wolfgang Winter. Als Grund gibt er die Tatsache an, dass keine Arbeitsplätze betroffen sind.

Beim SEV zeigt man sich hingegen besorgt über die Zukunft der Angestellten. «Ich befürchte, dass Mitarbeiter den Ansprüchen für die neue Aufgabe im Zugrestaurant teilweise nicht genügen und Elvetino sich dieser Leute einfach entledigen will», sagt Bieri. Winter will die betroffenen 200 Mitarbeiter umschulen – eine Weiterbeschäftigung garantieren kann er aber nicht. «Ich glaube, Garantien kann ein Unternehmen nie über einen so langen Zeitraum abgeben», sagt der Elvetino-Chef.

dia

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