Happiger Verdacht gegen Ryanair

Dreimal am selben Tag mussten Maschinen des Billigfliegers wegen Kerosinmangels notlanden. Jetzt werden die Fälle untersucht.

Ein Gewitter über Spanien brachte die Flieger in Schwierigkeiten: Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair. (Archiv, 14. Dezember 2010. Airport Weeze)

Ein Gewitter über Spanien brachte die Flieger in Schwierigkeiten: Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair. (Archiv, 14. Dezember 2010. Airport Weeze)

(Bild: Keystone)

Es geschah am 26. Juli über Spanien. Wegen eines Gewitters mussten mehrere Flüge mit Ursprungsdestination Madrid umgeleitet werden, darunter auch solche von Ryanair. Über dem rund eine Stunde entfernten Valencia bildete sich allmählich eine Warteschlaufe. Nach Wartezeiten von zwischen 50 und 69 Minuten beantragten die Maschinen eine sofortige Landung, da die Kerosinmengen im Flugzeug ein Minimum erreicht hätten. Die spanische Zeitung «El pais» berichtete über den Vorfall.

Ryanair bestätigte demnach die Angelegenheit und verwies darauf, dass die Maschinen zum Zeitpunkt des Notrufs noch immer Treibstoff für 30 Minuten Flugzeit in den Tanks gehabt hätten. Und damit habe man die Vorschriften eingehalten.

Kritik der Kosumentenschützer

Trotz der Beteuerungen der Fluggesellschaft hat das spanische Verkehrsministerium eine Untersuchung veranlasst. Es soll geprüft werden, inwiefern Kerosinmangel schuld sei an den Notlandungen. Aufgeschreckt durch die Nachricht wurde auch der spanische Konsumentenschutz Ceaccu: Die Sicherheit der Passagiere sei «schwer» gefährdet gewesen. Ryanair selber weist die Vorwürfe zurück: «Alle drei Maschinen landeten normal und mit ausreichenden Kerosinvorräten», so ein Sprecher.

Allerdings werden sich die Vorwürfe nicht so schnell in Luft auflösen. Die «Financial Times Deutschland» zitiert in der Sache den Sprecher der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg: «Wenn eine Fluglinie an einem Tag dreimal wegen Kerosinmangels notlanden muss, dann stimmt etwas nicht im System.» Und er setzt noch einen obendrauf: «Ryanair setzt die Piloten unter Druck, nicht zu viel Treibstoff zu tanken.»

Der Chef, ein wirbliger Sparfuchs

Was es mit den Mutmassungen, Ryanair könnte die Maschinen mit zu wenig Kerosin betanken, auf sich hat, soll nun die Untersuchung zeigen.

Klar ist, dass Ryanair-Chef Michael O'Leary immer mal wieder mit wilden Sparvorschlägen auffällt. Einmal will er die Flieger mit Stehplätzen versehen, dann soll die Toilette abgeschafft werden, und Co-Piloten hält er ohnehin für überflüssig, im Notfall könnten auch Flight-Attendants landen.

cpm

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