Glas Trösch schliesst vier Werke

Glas Trösch reduziert seine Werke, dabei gehen 140 Stellen verloren. Der Hauptsitz in Bützberg im Oberaargau wird gestärkt.

        Schweizer Pavillon an der Expo in Mailand mit Fensterglas von Trösch.

Schweizer Pavillon an der Expo in Mailand mit Fensterglas von Trösch. Bild: Keystone

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Wer die Weltausstellung in Mailand besucht, sieht das Kernprodukt von Glas Trösch mit eigenen Augen: Das Fensterglas des Schweizer Pavillons stammt vom Bützberger Familienunternehmen. Der prominente Auftritt verschont die Firma aber nicht vom Unbill des wirtschaftlichen Umfelds: Der hohe Frankenkurs und der wachsende Import von Fenstern aus osteuropäischen Ländern machen dem Unternehmen zu schaffen, wie es am Mittwoch mitteilte.

Glas Trösch konzentriert deshalb die Kräfte und schliesst vier Werke. Verschwinden werden die Isolierglasbetriebe Pratteln und Volketswil sowie die Fabrikation von Sicherheitsglas und die Montage in Oftringen. Die Produktion aus diesen kleineren Betrieben wird auf die grossen Standorte Bützberg, Oberkulm, St. Gallen-Winkeln und die Isolierglasfabrik in Bulle aufgeteilt. Das zusätzliche Volumen verbessere die Auslastung der dortigen vollautomatischen Anlagen, wie es weiter heisst.

Von der Schliessung der vier Betriebe sind 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Die Firmenleitung versucht nach eigenen Angaben, so vielen wie möglich eine Arbeitsstelle an einem andern Standort von Glas Trösch anzubieten. Das Unternehmen beschäftigt in der Schweiz insgesamt 1850 Mitarbeitende, weltweit sind es 5100.

Glas Trösch bezeichnet sich als grösstes europäisches Familienunternehmen in der Glasbranche. Das Glas wird nicht nur selber hergestellt, sondern auch verarbeitet. In den Trösch-Betrieben entstehen von Fensterglas und Glas für Solarmodule über Auto- und Zugscheiben bis zu Isolier- und Designerglas unzählige Produkte. Renommierte Architekten haben das Trösch-Glas im In- und Ausland in wegweisende Gebäude integriert.

Die vierte Generation

Firmenchef und Mehrheitsaktionär Erich Trösch machte Schlagzeilen, als er seinen Wohnsitz 2011 aus steuerlichen Gründen aus dem Kanton Bern nach Nidwalden verlegte. Dem Ansehen des Unternehmens schadete das aber nicht. Seine Wurzeln reichen ins Jahr 1905 zurück, als sich Johann Friedrich Trösch mit Schriftgläsern einen Namen machte: Mit diesem Verfahren konnten Bilder auf Glas und Porzellan übertragen werden, wie aus der Firmengeschichte hervorgeht. Heute wird das Unternehmen in der vierten Generation geführt. Aus dem einstigen Pionierbetrieb ist eine Gruppe mit 20 Standorten in der Schweiz und 50 in der übrigen Welt geworden. Der «Bilanz» sagte der Firmenchef einmal, sein Traum sei eine komplette Stadt aus Glas, mit Werkstücken der Firma im Aussen- und Innenbereich. (Der Bund)

Erstellt: 27.08.2015, 09:15 Uhr

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