Galenica spaltet sich auf – und baut ihren Sitz um

Der Pharma- und Apothekenkonzern macht sich bereit für die Auftrennung. Der Sitz von Galenica bleibt in Bern – und soll 2019 umgestaltet werden.

So soll der Galenica-Hauptsitz in Bern-Bethlehem nach dem Umbau aussehen.

So soll der Galenica-Hauptsitz in Bern-Bethlehem nach dem Umbau aussehen. Bild: zvg

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Ein Dachgarten «zum Verweilen und Entspannen», eine neue Fassade aus Solarzellen, ein Mehrzwecksaal für Anlässe, eine Tiefgarage und eine schöner gestaltete Umgebung: Das Galenica-Hochhaus am Untermattweg in Bern-Bethlehem soll ab 2019 einem Totalumbau unterzogen werden. Der Berner Pharma- und Apothekenkonzern will den 1968 gebauten Hauptsitz auch ökologischer gestalten und damit den Minergie-Standard erfüllen.

Doch bevor die Sanierung in Angriff genommen wird, steht bei Galenica noch ein wichtigeres Geschäfte an: die Aufspaltung. Diese wurde vor zwei Jahren auf Druck der Grossaktionäre beschlossen und soll den florierenden Pharma-Zweig Vifor separat an die Börse bringen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, soll jedoch nicht mehr Vifor abgespalten werden – sondern gerade umgekehrt das Galenica-Stammgeschäft, also der Medikamentengrosshandel und das Apothekengeschäft. Dies hat einen Grund: Vifor braucht für den Ausbau des eigenen Geschäfts Geld. Unter anderem muss die letztjährige Übernahme der US-Pharmafirma Relypsa refinanziert werden. Deshalb soll nun dieses Jahr die Rest-Galenica an die Schweizer Börse gebracht werden.

Kneubühler wird neuer Präsident

Die Aktien des niedermargigen, aber soliden Geschäfts dürften im derzeitigen Anlagenotstand guten Absatz finden. Offenbar soll die Aufspaltung nicht lange nach der Galenica-Generalversammlung vom 11. Mai über die Bühne gehen. Während sich der Konzern dann in Vifor umbenennen und seinen Sitz ins zürcherische Glattbrugg verlegen wird, wird die in Bern verbleibende Sparte Galenica Santé dann wieder in Galenica umbenannt. Der langjährige Galenica-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod wird das Vifor-Präsidium übernehmen. Der heutige Spartenchef von Galenica Santé, Jörg Kneubühler, wird Präsident der neuen Galenica. Als Galenica-Chef soll Jean-Claude Clémençon eingesetzt werden, der heute bei Galenica Santé für das Apothekengeschäft zuständig ist.

Bevor Kneubühler und Clémençon den umgebauten Berner Hauptsitz eröffnen können, vergeht noch einige Zeit. Zuerst muss das Stadtberner Stimmvolk nächstes Jahr die Änderung des Zonenplans genehmigen. Dies weil der Komplex zum reinen Bürogebäude umgenutzt werden soll. Heute ist die CSL Behring bei Galenica eingemietet und unterhält im Bau ihr Logistik- und Verpackungszentrum. Dieses wird in den Fabrikneubau der CSL nach Lengnau verlagert. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.01.2017, 07:20 Uhr

Galenica-Jahresumsatz

Das Berner Unternehmen hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verkauft.

Im voraussichtlich letzten Jahr vor der Aufspaltung hat Galenica erstmals einen Umsatz von über 4 Milliarden Franken erzielt, was einem Anstieg von 8 Prozent entspricht. Hauptverantwortlich dafür ist die Pharma-Sparte Vifor, die ihre Verkäufe um ganze 25 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken gesteigert hat. Dabei handelt es sich gemäss der gestrigen Mitteilung ausschliesslich um organisches Wachstum. Die Medikamentenhandelsund Apothekensparte Galenica Santé legte um gut 3 Prozent auf 3,0 Milliarden Franken zu. Diesen Anstieg führt Galenica auf den Ausbau der eigenen Apothekenkette sowie auf die neu eingeführten Schönheits- und Pflegeprodukte zurück. Ende Jahr gehörten 329 Schweizer Apotheken zum Konzern – das sind 11 mehr als vor einem Jahr. (sul)

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