Europäische Strombörse errichtet eine Filiale in Bern

Die Europäische Strombörse eröffnet in Bern eine Filiale mit sechs Arbeitsplätzen.

An der Epex Spot in Bern wird ausschliesslich physischer Strom für den laufenden und den folgenden Tag gehandelt.<p class='credit'>(Bild: Valérie Chételat (Archiv))</p>

An der Epex Spot in Bern wird ausschliesslich physischer Strom für den laufenden und den folgenden Tag gehandelt.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Bereits wird jede dritte Kilowattstunde Strom, die in der Schweiz verbraucht wird, über die europäische Stromhandelsbörse eingekauft. Die 25 grössten Energieunternehmen der Schweiz, darunter BKW und Energie Wasser Bern (EWB), handeln täglich an der Börse. Bisher liefen diese Geschäfte über die Büros der Epex Spot in Leipzig und Wien. Am kommenden 1. April eröffnet das Unternehmen ein Büro in Bern, wie gestern an einer Medienorientierung bekannt wurde.

In unmittelbarerer Nähe des Bahnhofs – der genaue Standort ist noch geheim – wird ein Server stehen, auf welchem alle Handelsabschlüsse gespeichert werden. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) wird Zugriff auf die Daten haben und überwachen, dass der Handel korrekt abläuft und die Preise nicht manipuliert werden, wie Elcom-Präsident Carlo Schmid ausführte. Laut Schmid ist diese Überwachungsfunktion der Hauptgrund für die Installation eines Servers in Bern, denn die Elcom habe keinen Zugriff auf Server in der EU.

Strom und Netz im Paket

Vorgesehen ist weiter, dass der Strom künftig inklusive Durchleitungsrechte in einem Gesamtpaket gehandelt wird. So erhalte der Stromkäufer die Gewissheit, dass er den im Ausland eingekauften Strom tatsächlich auf das Schweizer Netz leiten könne. Die EU werde die Marktkoppelung, wie dieses System genannt wird, auf Anfang des kommenden Jahres einführen. Wenn die Schweiz beim integrierten europäischen Strommarkt dabei sein wolle, müsse sie die Marktkoppelung ebenfalls einführen, sagte Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE).

Die Einzelheiten sollen im geplanten Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU geregelt werden, sagte Steinmann weiter. Er hoffe, dass die Marktkoppelung auch starten könne, falls das Abkommen bis Ende Jahr noch nicht in Kraft sein werde. Sie führe zu einer besseren Netzauslastung, und daran seien die Schweiz und die EU interessiert.

Zum Beispiel Grimselstrom

An der Epex Spot in Bern wird künftig ausschliesslich physischer Strom für den laufenden und den folgenden Tag gehandelt. Das heisst beispielsweise, dass die BKW heute für morgen eine bestimmte Menge Grimselstrom anbietet und hofft, einen Käufer zu finden. Im Gegensatz zu Epex Spot werden an der Europäischen Strombörse EEX Terminkontrakte für die kommenden Monate und Jahre gehandelt.

Die Berner Filiale werde klein beginnen, hiess es an der Medienorientierung: In der ersten Phase seien lediglich sechs Arbeitsplätze vorgesehen.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt