Electrolux will im Glarnerland 80 Stellen abbauen

Die Produktion des Haushaltsgeräte-Herstellers in Schwanden sei international nicht mehr konkurrenzfähig. Die Exporte seien um über 70 Prozent eingebrochen.

Wichtiger Arbeitgeber im Glarnerland baut Stellen ab: Das Electrolux-Gebäude in Schwanden.

Wichtiger Arbeitgeber im Glarnerland baut Stellen ab: Das Electrolux-Gebäude in Schwanden. Bild: Electrolux

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Der Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux will im Glarnerland bis zu 80 von total 230 Stellen abbauen. Die Produktion am Standort Schwanden ist nach Angaben des schwedischen Konzerns zu teuer. Sie soll deshalb neu ausgerichtet werden.

Wie Electrolux mitteilte, soll der Stellenabbau etappenweise bis Ende 2013 vollzogen werden. Der Konzern informierte Mitarbeitende, Sozialpartner, Behörden und Kunden über die Pläne.

Electrolux will den von der Entlassung betroffenen Mitarbeitenden einen «fairen Sozialplan» und nach Möglichkeit einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Gruppe anbieten. 150 Arbeitsplätze im Kanton Glarus sollen erhalten bleiben.

Exporte eingebrochen

Peter Barandun, Verwaltungsratspräsident von Electrolux Schwanden AG, bezeichnete den geplanten Abbau von bis zu 80 Stellen als schmerzlich. Er sei aber notwendig für den Erhalt des Produktionsstandortes Schwanden.

Die Exporte des Standortes Schwanden sind laut dem Konzern in kurzer Zeit um über 70 Prozent eingebrochen. Der Betrieb im Glarnerland soll deshalb neu ausgerichtet werden. Im Vordergrund steht fortan die Fabrikation von Backöfen und Kochherden im Premium- Segment.

Um die Kosten zu senken, sollen die operativen Prozesse mit dem Produktionswerk in Rothenburg in Deutschland zusammengeführt werden. Administrativ ist für beide Standorte in Zukunft Rothenburg zuständig.

Weltweit 58'000 Angestellte

Electrolux baut nicht nur in Schwanden Arbeitsplätze ab. Das Sparprogramm des schwedischen Konzerns wegen der unverändert schwierigen Marktlage in Europa trifft auch Fabriken in Schweden und Frankreich. Das führt vorerst zu Kosten: Electrolux muss für die Umbau- und Abbaumassnahmen im vierten Quartal nach eigenen Angaben eine Milliarde Kronen (umgerechnet rund 140 Millionen Franken) aufwerfen.

Die Schweiz bleibt für den schwedischen Konzern aber ein wichtiger Markt. In Sursee LU hat Electrolux eigenen Angaben zufolge in den letzten zwei Jahren über 30 Millionen Fr. investiert. Insgesamt beschäftigt Electrolux Schweiz über 900 Mitarbeitende.

Electrolux produziert Haushaltsgeräte und verkauft diese in über 150 Ländern. Zum Sortiment gehören Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Staubsauger und Herde. Letztes Jahr setzte die Gruppe mit weltweit 58'000 Mitarbeitenden 101,6 Milliarden Kronen, was umgerechnet knapp 14 Milliarden Fr. entspricht. Für das dritte Quartal gab Electrolux einen um 33 Prozent höheren Gewinn von 1,46 Milliarden Kronen (rund 206 Millionen Franken) bekannt.

(kle/sda)

Erstellt: 22.10.2012, 09:39 Uhr

Electrolux schreibt Gewinn

Der schwedische Haushaltsgerätehersteller Electrolux hat seinen Gewinn im dritten Quartal um 19 Prozent gesteigert. Damit erhöhte sich der Gewinn auf 983 Millionen Kronen (knapp 139 Millionen Franken), wie der Konzern in Stockholm mitteilte. Der Umsatz stieg demnach um sechs Prozent auf 27,2 Milliarden Kronen (etwa 3,8 Milliarden Franken). Besonders gut schnitt Electrolux in Nord- und Südamerika sowie in Asien ab, in Europa ging der Umsatz indes zurück. Konzernchef Keith McLoughlin führte dies auf das geschwächte Vertrauen der europäischen Konsumenten zurück.

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