Der lukrativste Studentenjob der Welt

10'000 Dollar im Monat: Ein US-Mathematikstudent verdient mit seiner Nebentätigkeit für Amazon mehr als die meisten Vollzeit-Arbeitnehmer.

Der Lautsprecher Amazon Echo an einer Produktpräsentation in Seattle. (21. November 2017)

Der Lautsprecher Amazon Echo an einer Produktpräsentation in Seattle. (21. November 2017) Bild: AP Photo/Elaine Thompson/Keystone

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Kellnern, Zeitungen austragen, Messestände betreuen – mit solchen und ähnlichen Studentenjobs schaffen sich junge Leute in der Regel bestenfalls ein bisschen Polster im meist knappen Budget. Doch es geht auch anders. Ein Mathematikstudent in den USA verdient mit seiner Nebentätigkeit rund 10'000 Dollar im Monat. Er programmiert in seiner Freizeit für Amazons Sprachassistentin Alexa.

David Markey hatte dabei aber auch mehr als nur Glück, denn: Er hat den Job, in dem er nun so gut verdient, selbst erschaffen, erzählt er dem US-Wirtschaftssender CNBC.

Angefangen hat alles damit, dass Markey sich 2016, im Alter von 20 Jahren, seinen Amazon Echo kaufte – den smarten Lautsprecher, in dem die Sprachassistentin Alexa steckt. Der Assistent hat das Ziel, den Nutzern das Leben zu erleichtern. Der Student war zwar zufrieden mit seinem Echo, aber es fehlten ihm auch zwei Funktionen: Zum einen wollte er, dass Alexa ihm täglich ein neues Wort erklärt. Ausserdem wollte er, dass eine echte, und keine Computerstimme mit ihm spricht.

Programm selbst entwickelt

Da er sich bereits während der Schule dafür interessiert hatte und auch im Studium schon einiges an Programmierfähigkeiten angeeignet hatte, baute er ein entsprechendes Programm kurzerhand selbst. In Word of the Day liest Markeys Stimme jeden Tag ein Wort vor und erklärt dessen Bedeutung. Natürlich wollte der Student auch wissen, wie beliebt sein Programm ist, doch Amazon bot damals kein entsprechendes Tool an – also hackte er das System. «Dabei habe ich alles mögliche Komische entdeckt, so war es etwa übermässig populär in Südkorea», so Markey zu CNBC.


Video – Amazons Echo-Lautsprecher macht sich selbstständig

Zahlreiche Nutzer berichten von einer Fehlfunktion des Geräts. (Video: Tamedia, Twitter)


Am meisten überraschte ihn aber, wie beliebt seine Anwendung – Amazon nennt die Programme Alexa Skills – war. Doch der Erfolg wurde ihm zu viel, seine wachsende Userzahl begann den Studenten zu überfordern. Und: Für den ganzen Stress wurde er nicht einmal entlohnt. Also schrieb er eine E-Mail an Amazon-Chef Jeff Bezos.

E-Mail an Amazon-Chef Bezos

«Im Grunde schrieb ich, hey, ich mache das ja super gerne, aber ich hab das Gefühl, es ist super-populär, aber ich habe nichts davon», so Markey. Und auch wenn Bezos persönlich ihm nicht antwortete, leitete er die Mail doch an jemanden weiter, der helfen konnte. In der Folge entwickelte Amazon ein Programm, in dem Entwickler für ihre Arbeit für Alexa Skills entlohnt werden.

Inzwischen hat Markey mehr als nur einen Skill im Angebot. Neben dem Wortdienst und einem Wortquiz hat er unter anderem das Quiz «Price It Right» entwickelt. Dort müssen Nutzer die Preise von Amazon-Produkten schätzen und können Gutscheine gewinnen. Sein monatliches Einkommen durch die Arbeit beziffert Markey auf 10'000 Dollar. Doch das Wertvollste, was er laut seinen eigenen Worten durch das Programm erhielt, ist eine Karriere: Durch einen Chat mit anderen Entwicklern geriet er an ein Vorstellungsgespräch für einen Job, den er nach seinem Abschluss im Mai antreten wird. Ob der bei Amazon sein wird, verrät Markey aber nicht. (laf)

Erstellt: 16.04.2018, 17:12 Uhr

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