Berner Zusteller AWZ in den Startlöchern

Ab Sommer verteilt die AWZ adressierte Kataloge und Werbecouverts an private Haushalte.

Vor einem Monat hat die Berner AWZ AG, ein Generalunternehmen im Direktmarketing, mit der St. Galler Quickmail eine Kooperation für die Zustellung adressierter Briefe mit Gewicht über 50 Gramm abgeschlossen. Im Juni geht im Zustellgebiet Bern und Solothurn ein Testlauf über die Bühne – und zwar mit einem eigenen Druckprodukt der AWZ. Weil im Juli traditionell kaum Aufträge vorhanden sind, legt die AWZ dann erst im August mit Kundenaufträgen los.

Im Fokus haben die einzigen aktiven Briefkonzessionäre nur Geschäftskunden. AWZ und Quickmail werden adressierte Kataloge und Werbesendungen in Couverts an private Haushalte in der Schweiz zustellen. «Im Moment stocken wir die bestehenden 1400 Boten nicht auf. Bis zu einem bestimmten Sendevolumen stellen diese die adressierte Briefpost zu», sagt AWZ-Chef Marco Hinni auf Anfrage. Zugestellt wird die Post nur donnerstags und freitags.

Der private Briefpostpionier Quickmail startete 2009 in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden sowie im Thurgau. Das Familienunternehmen deckt rund 10 Prozent der Schweizer Haushalte ab. Für den Rest ging Quickmail eine Allianz mit der AWZ ein. Zu den Zustellgebieten der AWZ gehören die Stadt und die Region Bern sowie die Regionen Oberaargau, Olten, Solothurn und das ganze Tessin.

Über die eigene Tochterfirma Agentur für Direktwerbung AG will AWZ im Oktober zusätzlich Teile der Kantone Aargau, Zug, Zürich und Schwyz abdecken. «Bis Ende Jahr werden es – zusammen mit Quickmail – 30 Prozent der Schweizer Haushalte sein», prognostiziert Hinni. Zusammen mit Partnern will AWZ später in weitere Gebiete vorstossen. Bis Ende 2012 wollen die Berner die Abdeckung auf 63 Prozent der Haushalte erhöhen.

Marktöffnung in der Herbstsession

Auf Briefen, die leichter sind als 50 Gramm, besitzt die Schweizerische Post nach wie vor ein Monopol zur Beförderung und Zustellung. «Wir kalkulieren so, dass sich unser Geschäftsmodell auch ohne komplette Marktöffnung rechnet», so Hinni. Die weitergehende Postliberalisierung steht in der Herbstsession im Parlament zur Debatte. Eine komplette Öffnung böte weitere Chancen, so Hinni. Das Potenzial ist denn auch enorm: Das Restmonopol für Briefe bis 50 Gramm vereint 75 Prozent des gesamten Briefvolumens.

Der Bund

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