Berner Börse geht in deutsche Hände über

Die Berner Banken verkaufen die BX Swiss an die Börse Stuttgart. Bereits vor einem Jahr ist die 4-Mann-Börse nach Zürich gezogen.

Luca Schenk, Chef der BX Swiss, im früheren Büro in Bern (Archivbild).

Luca Schenk, Chef der BX Swiss, im früheren Büro in Bern (Archivbild). Bild: Adrian Moser

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David gegen Goliath ist schon fast eine Untertreibung: hier die Berner Börse mit vier Mitarbeitern, dort die Schweizer Börsenbetreiberin SIX mit ihren 3700 Angestellten. Trotzdem versucht die Berner Börse seit einigen Jahren, der Schweizer Börse das Territorium streitig zu machen – mit besseren Kursen für 1200 Schweizer und ausländische Aktien und 500 Fonds.

Bisher war der Erfolg eher mässig. Deshalb ist nun Schluss mit der Eigenständigkeit. Die Aktionäre der BX Swiss, wie die Berner Börse heute offiziell heisst, verkaufen ihre Aktien der Börse Stuttgart. Die BX Swiss AG (BX steht für Berne Exchange) gehört neun auf dem Platz Bern tätigen Banken, darunter der UBS, Credit Suisse, BEKB, Valiant, Julius Bär und der DC Bank. Nun gehen gut 90 Prozent ihrer Aktien nach Deutschland. Bis Ende 2018 sollen auch die restlichen knapp 10 Prozent den Besitzer wechseln. Der Preis wird nicht bekannt gegeben, doch klar ist: Die Banken werden keine Millionengewinne verbuchen, wie auch BX-Swiss-Verwaltungsratspräsident Peter Heller bestätigt.

Auf dem Papier weiter in Bern

Ihr Büro hat die Börse bereits vor einem Jahr in die Finanz- und Börsenstadt Zürich verlegt, daran wird nun nicht gerüttelt. Auf dem Papier bleibt auch der Sitz der Börse in Bern, doch den Ton angeben wird die neue Besitzerin in Stuttgart. Die dortige Börse zählt zwar 300 Angestellte, ist aber ebenfalls deutlich kleiner als die Deutsche Börse in Frankfurt.

Wie früher auch die Berner Börse ist die Börse Stuttgart auf den Handel mit den Aktien von kleineren Unternehmen spezialisiert, sogenannten Nebenwerten. In der kleinen Schweiz ging dieses Geschäftsmodell jedoch nicht mehr auf, weshalb sich die BX Swiss zur Alternative zur Schweizer Börse gewandelt hat.

Bereits bisher haben die Stuttgarter und die Berner Börse technisch zusammengearbeitet. Nun soll bei der Berner Börse eine elektronische Handelsplattform eingesetzt werden, die bereits eine schwedische Tochter der Börse Stuttgart verwendet. Welche Strategie die BX Swiss künftig verfolgen wird, soll im ersten Quartal 2018 bekannt gegeben werden. BX-Swiss-Chef Luca Schenk, der die frühere Berner Börse zur heutigen Handelsplattform gemacht hat, soll aber an Bord bleiben, ebenso Verwaltungsratspräsident Heller.

Die Berner Börse wurde 1884 als Berner Börsenverein gegründet. Bis 1991 gab es am Sitz an der Berner Aarbergergasse einen klassischen Parketthandel und bis 2002 einen Telefonhandel, seither laufen die Geschäfte rein elektronisch. (Der Bund)

Erstellt: 08.12.2017, 08:27 Uhr

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