Alitalia steht kurz vor dem Grounding

Die italienische Fluggesellschaft hat Schulden von insgesamt drei Milliarden Euro. Dem Unternehmen droht das Aus, mehr als 12'000 Jobs stehen auf dem Spiel.

Überlebenschance der Airline soll überprüft werden: Parkierte Flugzeuge der Alitalia auf dem Flughafen Rom-Fiumicino. (26. April 2017).

Überlebenschance der Airline soll überprüft werden: Parkierte Flugzeuge der Alitalia auf dem Flughafen Rom-Fiumicino. (26. April 2017). Bild: Telenews/Keystone

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Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hat der italienischen Regierung zufolge bis Ende Februar Schulden von rund drei Milliarden Euro angehäuft. Dazu gehörten kurzfristige Verbindlichkeiten von etwa 2,3 Milliarden Euro.

Drei Sonderverwalter sollen prüfen, ob es eine Überlebenschance für die Airline gibt oder ob sie abgewickelt wird, wie die Regierung heute in einem Dokument mitteilte. Wirtschaftsminister Carlo Calenda hatte zuletzt die Einleitung des Verkaufsprozesses binnen zwei Wochen in Aussicht gestellt. Nach dem Scheitern eines Rettungsplans am Widerstand der Mitarbeiter hatte die Alitalia-Führung bei der Regierung in Rom einen Antrag auf Sonderverwaltung gestellt.

Eine Million Euro Verlust pro Tag

Einer der Sonderverwalter sagte bereits, die Kosten der Airline etwa für Wartung, Leasing und Treibstoff seien zu hoch und müssten drastisch gekürzt werden, um die Gesellschaft für einen möglichen Käufer interessant zu machen. Insidern zufolge fliegt Alitalia derzeit eine Million Euro Verlust am Tag ein.

Dem Unternehmen droht das Aus, nachdem sich die Mitarbeiter gegen einen Rettungsplan ausgesprochen haben, der unter anderem Einschnitte bei Stellen und Gehältern vorsah. Nun stehen mehr als 12'000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Regierung in Rom hat einen Brückenkredit von 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, eine Verstaatlichung aber ausgeschlossen. Auch europäische Konkurrenten wie die Lufthansa oder der Billigflieger Norwegian Air winkten ab. (nag/sda)

Erstellt: 06.05.2017, 21:53 Uhr

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