1:12-Initiative: 5000 Swisscom-Löhne betroffen

Würde die Lohninitiative der Juso angenommen, müssten bei der Swisscom 5000 Saläre angepasst werden, sagt CEO Carsten Schloter. Die Lohnschere beim Unternehmen ist heute um ein Vielfaches grösser.

«Die Lohnschere hat sich nicht geöffnet»: Swisscom-Chef Carsten Schloter bei einer Pressekonferenz. (Februar 2011)<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

«Die Lohnschere hat sich nicht geöffnet»: Swisscom-Chef Carsten Schloter bei einer Pressekonferenz. (Februar 2011)

(Bild: Keystone)

Beim Telecomkonzern Swisscom wären 5000 Löhne von der 1:12-Initiative der Juso betroffen. Dies sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Das Unternehmen habe die Folgen der Initiative simuliert. Das Ergebnis von 5000 betroffenen Löhnen bedeute nun nicht, dass so viele Mitarbeiter einen Lohn von mehr als 600'0000 Franken hätten.

Viel mehr müsste ein Absenken der höchsten Löhne auch zu einem Anpassen der darunterliegenden Saläre führen, damit die Abstufung zwischen den Hierarchien bestehen bliebe. «Das würde natürlich der Swisscom massiv schaden.»

Spanne beträgt heute 1:35

Schloter verteidigte das heutige Lohngefüge der Swisscom mit einer Spanne von rund 1:35. «Die Lohnschere hat sich in den acht Jahren, seit ich CEO bin, nicht geöffnet. Das zeigt, dass wir das Problem erkannt haben.» Die Swisscom beschäftigt rund 16'000 Mitarbeiter.

Lohngerechtigkeit sei aber nicht nur ein Schweizer Thema. «Wann sind Löhne gerecht? Ist es gerecht, dass ein Schweizer 100-mal mehr verdient als ein Inder, der die gleiche Arbeit macht?», so Schloter.

Er ist nicht der erste Wirtschaftsführer, der öffentlich vor den Folgen der Initiative warnt. Schlagzeilen machte beispielsweise Ivan Glasenberg, der vor einem Wegzug des Rohstoffgiganten Glencore-Xstrata warnte.

Abstimmung im November

Mit der 1:12-Initiative verlangen die Jungsozialisten (Juso), dass in einem Unternehmen der höchste Lohn das Zwölffache des tiefsten Lohns nicht überschreiten darf. Die Chefs sollen also in einem Monat nicht mehr verdienen dürfen als die Mitarbeitenden in einem Jahr.

Das Volksbegehren kommt im November zur Abstimmung. Der Bundesrat und das Parlament empfehlen dem Stimmvolk, die Initiative abzulehnen.

fko/sda

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