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UBS-Verlust durch Zocker noch grösser: 2,3 Milliarden Dollar verloren

Das Milliardendesaster bei der UBS ist noch grösser, als bislang bekannt war.

Durch die verbotenen Geschäfte eines Händlers in London seien 2,3 Milliarden Dollar Verlust entstanden, gab die UBS am Sonntag bekannt. Bisher hatte die Bank von rund 2 Milliarden Dollar gesprochen. Der Verlust sei durch unerlaubte Spekulationen mit verschiedenen Futures auf die Aktienindices S&P 500, den deutschen DAX und EuroStoxx im Verlauf der letzten drei Monate entstanden. Dabei habe der Händler die Risikolimiten überschritten. Dies habe er aber dadurch verdeckt, dass er Absicherungen durch fiktive Transaktionen in Cash-ETFs (= börsengehandelte Indexfonds) vorgetäuscht habe. Dies habe die tatsächliche Dimension des Risikos verfälscht, das eingegangen worden sei. Und so schien es, als ob die durch die Spekulationen eingegangenen Positionen sich in einem üblichen Rahmen bewegt hätten. Dafür hätten sie allerdings korrekt abgesichert sein müssen, was sie aber nicht waren. Hier muss der Händler das Computersystem überlistet haben. Wie genau, ist offenbar noch nicht klar. Untersuchungen «Nachdem die UBS-Kontrollstellen die Positionen des Händlers geprüft und Rückfragen an ihn gerichtet hatten, gab dieser am 14. September (vergangenen Mittwoch) seine unerlaubten Aktivitäten zu», hiess es weiter. In der Nacht auf Donnerstag wurde der Händler in London verhaftet. Gegen ihn wurde Anklage wegen Betrugs und Missbrauches seiner Stellung erhoben. Es liefen weitere Untersuchungen, um zu klären, wie die Sicherheitsvorkehrungen umgangen worden seien, sagte UBS-Sprecher Serge Steiner auf Anfrage. Auch die Finanzmarktaufsichten der Schweiz (Finma) und Grossbritanniens (FSA) untersuchen den Fall. Der UBS-Verwaltungsrat habe einen speziellen Ausschuss eingesetzt, um eine unabhängige Untersuchung zu den unerlaubten Handelsaktivitäten und deren Bezug zu den UBS-Kontrollen durchzuführen, hiess es weiter. Den finanziellen Schaden habe man nun eingegrenzt, sagte Steiner. «Das Aktiengeschäft läuft innerhalb der vormals festgelegten Risikolimiten wieder normal weiter.» Die UBS hatte das Desaster am Donnerstag in einem dürren Communiqué von sechs Zeilen öffentlich gemacht. «Vor der Bekanntgabe weiterer Details mussten wir sicherstellen, dass wir die verbuchten Positionen kennen und den entstehenden Verlust beziffern können», schreibt die Bank nun am Sonntag.

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