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Tragisch – und doch notwendig

Es ist richtig, dass die Banken Hypotheken schärfer kontrollieren – gerade in einem so entscheidenden Moment.

Stellen Sie sich das einmal vor: Sie haben ein Leben lang gearbeitet, um sich das schöne Haus oder die Wohnung zu finanzieren. Haben gespart, verzichtet und das Geld der Bank immer pünktlich überwiesen. Jetzt gehen Sie in Pension, hätten endlich Zeit, das Heim zu geniessen. Und just in diesem Moment soll ­alles vorbei sein: Die Bank will die Hypothek nicht erneuern. Aufs Alter, sagt sie, kann man sich das Zuhause nicht mehr leisten. Für Betroffene wäre das ein Schock – und eine Demütigung. Wenig Besitz ist emotional so aufgeladen wie Wohneigentum.

Zumal das Urteil der Bank in den eigenen Augen nicht nur falsch erscheinen mag, sondern auch äusseren Umständen geschuldet ist. Die Eigentümer können nichts dafür, dass ihr Zuhause in den letzten Jahren so lang an Wert gewonnen hat, bis sie sich dessen Unterhalt nicht mehr leisten können. Statt Ver­mögen anzuhäufen, das auch im Alter einen steten Strom an Einkommen garantiert, haben sie fleissig die ­Hypothek amortisiert. Und manche einen Teil ihres Geldes ­vorzeitig an ihre Nachkommen verteilt. Das alles ent­wickelt sich jetzt plötzlich zu einem Nachteil.

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