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Swiss prellt ihre Pilotenschüler

Der Bund subventioniert seit Anfang Jahr die Ausbildung der Piloten. Nun zahlt die Swiss keine Beiträge mehr.

Die Airline steuerte früher 50'000 Franken an die Ausbildung ihrer Piloten bei: Airbus A330 der Swiss landet in Kloten. (Archivbild)
Die Airline steuerte früher 50'000 Franken an die Ausbildung ihrer Piloten bei: Airbus A330 der Swiss landet in Kloten. (Archivbild)
Christian Beutler, Keystone

Seit Anfang Jahr leistet der Bund angehenden Piloten Starthilfe, indem er ihre 135'000 Franken teure Ausbildung subventioniert. Er hält dabei ausdrücklich fest, dass der Fliegernachwuchs und nicht die Fluggesellschaften davon profitieren sollen.

Wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen, macht jedoch die Swiss ordentlich Kasse: Die hochrentable Fluggesellschaft hat ihren eigenen Beitrag an die Pilotenausbildung gestrichen – just, seit der Bund sich daran beteiligt. Bislang steuerte die Swiss 50‘000 Franken an den gesamten Kosten der Ausbildung ihrer Piloten bei, jetzt null Franken.

Aeropers protestiert

Nun finanziert der Bund nach dem aktuellen Swiss-Modell 64'500 Franken der Ausbildung. Zwar werden die Pilotenschüler insgesamt finanzielle entlastet, doch der Bund hat in einem Leitfaden deutlich gemacht, dass die Swiss nach wie vor ihre Beiträge zu zahlen hätte.

Dass die Fluggesellschaft dies aber nicht macht, kritisiert die Pilotengewerkschaft Aeropers: «Dass die Swiss praktisch die Subventionen ‹ausnützt›, um ihre Beiträge an die Pilotenausbildung ganz zu streichen, sehen wir als sehr kritisch an», sagt Aeropers-Geschäftsführer Henning Hoffmann. Die Swiss findet ihr Vorgehen jedoch legitim: «Dass wir unseren Beitrag zurückschrauben, erachten wir im Industrievergleich und unter den gegebenen Umständen als fair», sagt Sprecherin Karin Müller.

Bazl schreitet nicht ein

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), dem die Aufsicht über die Linienfliegerei obliegt, ist über das neue Finanzierungsmodell im Bild und lässt die Airline gewähren, obwohl es im November in einem Leitfaden ausdrücklich schrieb: «Die Subventionen dienen nicht der finanziellen Entlastung der Arbeitgeber. Deren bisherige Finanzierung an die Ausbildung der zukünftigen Arbeitnehmer bleibt weiterhin bestehen.»

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