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Swiss Lifes Schlankheitskur fruchtet

Das Sparprogramm des Lebensversicherers Swiss Life schlägt sich in besseren Zahlen nieder. Trotz des starken Frankens gelang dem Konzern im ersten Halbjahr 2011 ein Gewinnsprung.

Hat im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinn von 403 Millionen Franken erwirtschaftet: Der Hauptsitz der Swiss Life in Zürich.
Hat im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinn von 403 Millionen Franken erwirtschaftet: Der Hauptsitz der Swiss Life in Zürich.
Keystone

Das operative Ergebnis legte um 9 Prozent auf 452 Millionen Franken zu, was bei Branchenexperten am Mittwoch als gutes Zeichen gewertet wurde. Unter dem Strich erwirtschaftete die Gruppe einen Reingewinn von 403 Millionen Franken. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2010 ist das eine Steigerung um die Hälfte. Ohne eine Steuergutschrift von 89 Millionen Franken wäre der Gewinn immer noch um ein Viertel gestiegen.

Für Konzernchef Bruno Pfister sind die stark verbesserten Zahlen vor allem die Frucht des Effizienzsteigerungs- und Sparprogramms «Milestone», das sich Swiss Life 2009 verschrieben hatte. 95 Prozent der Massnahmen von Milestone, die vor zwei Jahren einen Stellenabbau beinhalteten, seien umgesetzt, sagte Pfister.

Krisenpapiere verkauft

An der Börse lagen die Aktien des Lebensversicherers gut im Kurs. Gegen 15 Uhr kostete der Titel 103,10 Franken, 3,5 Prozent mehr als am Dienstagabend.

Das Vertrauen der Anleger in den Lebensversicherer gründet auch auf dem relativ tiefen Anteil an Staatspapieren von Euro-Krisenländern im Portefeuille. Obligationen von Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien baute der Konzern während des Halbjahres von 795 Millionen auf 570 Millionen Fr. ab und nahm dafür auch Abschreiber in Kauf. Diese Papiere bilden noch 2 Prozent aller Staatsanleihen.

Weniger Prämien im Ausland

Weniger positiv verlief das erste Halbjahr bei den Prämien. Während Swiss Life im ersten Halbjahr 2010 Einnahmen von 12,24 Milliarden Fr. ausgewiesen hatte, sind es in den ersten sechs Monaten 2011 nur noch 10,1 Milliarden Franken. Dies liegt an der Frankenstärke, aber auch an weniger verkauften Vorsorgeprodukten im Ausland.

In der Schweiz florierte hingegen vor allem die berufliche Vorsorge, eines der wichtigsten Geschäfte des Traditionskonzerns. Das Prämienvolumen im Heimmarkt stieg um satte 11 Prozent auf 5,86 Milliarden Franken. Das Schweizer Neugeschäft entwickelte sich ebenfalls gut.

Reiche Kunden zurückhaltend

Massiv zurückgegangen ist dafür das Geschäft mit reichen Privatkunden jenseits der Grenzen. Die Versicherungsmäntel, eine steuergünstige Form der Verwaltung grosser Privatvermögen in einem Lebensversicherungsprodukt, verkaufen sich nicht mehr so gut wie vor einem Jahr.

2009 und 2010 kamen Milliarden zu Swiss Life, weil unter anderem im Zuge der italienischen Steueramnestie reiche Italiener scharenweise Versicherungsmäntel nutzten. Im ersten Halbjahr 2011 flossen nur noch 630 Millionen Fr. in diese Produkte, die von einigen Branchenkennern auch als Steuerschlupflöcher kritisiert werden.

Um mit den Versicherungsmänteln profitabel zu sein, braucht Swiss Life vor allem Menge, da viel von den Gebühreneinnahmen bei Banken oder Brokern hängenbleibt. Laut Finanzchef Thomas Buess kontrolliert Swiss Life in diesem Geschäft derzeit etwa 16 Milliarden Franken. Ob es profitabel ist, gibt der Konzern nicht bekannt.

AWD mit Gewinn

Der deutsche Finanzproduktevertrieb AWD, den Swiss Life 2008 gekauft hatte, verbesserte sein Segmentergebnis innerhalb der Swiss- Life-Gruppe von 15 auf 16 Millionen Franken. Das vom schillernden Unternehmer Carsten Maschmeyer geschaffene Unternehmen hatte unter der Swiss-Life-Ägide längere Zeit rote Zahlen geschrieben.

(SDA)

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