Steuermonitor sieht dringenden Handlungsbedarf

Da viele andere Kantone die Steuern gesenkt hätten, gerate Bern nun ins Hintertreffen: Das befürchtet der bernische Wirtschaftsverband HIV

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Der jährliche Steuermonitor Kanton Bern sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Unternehmensbesteuerung: Während viele andere Kantone die maximalen ordentlichen Gewinnsteuersätze kontinuierlich gesenkt hätten, sei Bern stabil hoch geblieben. Damit gerate der Kanton ins Hintertreffen.

In der kantonalen Steuergesetzrevision 2019 sind erste Schritte zu einer Gewinnsteuersenkung vorgesehen. Die restlichen Massnahmen, weitere Schritte sowie eine Senkung der Kapitalsteuer sollen erst 2021 thematisiert werden, heisst es in einer Mitteilung des Wirtschaftsprüfers KPMG und des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern (HIV).

Kantone Wie Basel-Stadt, Genf oder Solothurn hätten bereits markante Gewinnsteuersenkungen angekündigt, halten die Herausgeber des Steuermonitors fest. Damit verschärfe sich die Konkurrenzsituation im Steuerwettbewerb zu ungunsten des Kantons Bern.

Der HIV begrüsst die ersten Schritte zur Gewinnsteuersenkung, wie sie in der Steuergesetzrevision 2019 enthalten sind. Diese Senkung sei unabhängig von den Bundesvorlagen wie der nationalen Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) dringend nötig schreibt der HIV in seiner Mitteilung. Der Schritt genüge aber nicht, um den Kanton im Schweizer Mittelfeld zu führen.

«Die Steuergesetzrevision 2021 böte die Möglichkeit für ein beherzteres Vorgehen, nicht zuletzt dank der mit der STAF geplanten Erhöhung des Kantonsanteils an der direkten Bundessteuer. Der Kanton Bern wird mit 43 Millionen Franken pro Jahr daran partizipieren», wie HIV-Direktor Adrian Haas betonte. Bei den natürlichen Personen ergaben sich gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen. Der Regierungsrat plant erst 2023 weitere Entlastungen.

Mit einem Einkommenssteuersatz von 41,3 Prozent gehört Bern laut Steuermonitor nach wie vor zu den Kantonen mit den höchsten Spitzensätzen. Bei der Vermögenssteuer platziert sich der Kanton indessen im Mittelfeld. Dass Bern im internationalen Vergleich recht gut dastehe, helfe dem Kanton aber kaum, da der Wettbewerb um gute Steuerzahler insbesondere im Inland stattfinde, kommen die Verfasser des Steuermonitors zum Schluss.

cse/SDA

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