Stellenabbau ja, Kündigungen nein

Grundsätzlich ist das Vorgehen der BLS nachvollziehbar. Dennoch hat das Unternehmen wenig kommunikatives Feingefühl an den Tag gelegt.

Vielleicht kann die BLS die Stellen abbauen ohne Kündigungen auszusprechen.

Vielleicht kann die BLS die Stellen abbauen ohne Kündigungen auszusprechen. Bild: zvg

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Die BLS liess gestern eine Bombe platzen: Bis zu 200 Stellen will das Bahnunternehmen abbauen. Das sind rund 7 Prozent des aktuellen Personalbestands. Ob es zu Kündigungen kommen wird, und wenn ja, in welchen Bereichen und wie viele, blieb unbeantwortet. Konkret will die BLS erst im Februar werden.

So sorgt die BLS beim Personal auf breiter Front für Verunsicherung. Möglich, dass das gewollt ist. Vielleicht will das Management so die Fluktuation erhöhen, um am Ende weniger Kündigungen aussprechen zu müssen. Der Schuss könnte aber nach hinten losgehen. Denn die BLS riskiert, dass ihr die guten Angestellten davonlaufen. So oder so hat das Unternehmen, das zur Mehrheit dem Kanton Bern gehört, kommunikativ wenig Feingefühl an den Tag gelegt.

Grundsätzlich ist das Vorgehen der BLS aber nachvollziehbar. Im Güterbereich muss das Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen, was wegen des starken Frankens in den letzten Jahren nicht einfacher geworden ist. Im Personenverkehr setzen Bund und Kantone als Besteller die Gesellschaften zunehmend unter Druck.

Kunde und Steuerzahler profitieren

Doch selbst abseits solcher wirtschaftlicher Überlegungen ist es wichtig, dass Staatskonzerne wie die BLS über Effizienz und Kundenorientierung nachdenken und beides nach Möglichkeit erhöhen. Denn davon profitieren letztlich die Steuerzahler und die Kunden. Der Stellenabbau ist deshalb dann gerechtfertigt, wenn die BLS tatsächlich wie versprochen die Kundenorientierung steigert und für die Besteller günstiger wird. Spätestens wenn sie im Februar ihre Pläne konkretisiert, steht sie unter besonderer Beobachtung.

Gleichzeitig darf man von einem staatlichen Unternehmen auch erwarten, dass es das Streben nach Gewinn nicht ganz so gross schreibt wie eine private Firma. Und es dafür der sozialen Verantwortung mehr Gewicht gibt. Die BLS will ihre geplanten Massnahmen über die nächsten 5 Jahren umsetzen. Angesichts einer jährlichen Fluktuation von 120 Angestellten müsste es ihr eigentlich möglich sein, den Stellenabbau praktisch ohne Kündigungen umzusetzen.

Erstellt: 08.11.2018, 06:41 Uhr

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