Teure Handyrechnung der Kinder – wer muss zahlen?

Die Handyrechnung der Tochter war plötzlich 60 Franken teurer. Ein Vater wollte dies nicht zahlen und wehrte sich – mit Erfolg.

Nur beschränkt geschäftsfähig: Jugendliche mit einem Smartphone. (Archivbild)

Nur beschränkt geschäftsfähig: Jugendliche mit einem Smartphone. (Archivbild) Bild: Keystone

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Der Ombudsmann für Telekommunikation hat für Eltern von Jugendlichen mit überhöhten Handy-Rechnungen einen wichtigen Entscheid gefällt. Wie die «Sonntagszeitung» (Artikel ist online nicht verfügbar) schreibt, müssen sie teure Beträge auf Abo-Rechnungen ihrer Kinder für unerwünschte Mehrwertdienste nicht bezahlen. Der Vertrag sei ungültig, weil die Eltern nicht eingewilligt hätten.

Ein Swisscom-Kunde hatte sich gewehrt, weil auf der Rechnung seiner Tochter neben der Abo-Gebühr von 12.50 Franken zusätzlich noch «Einkäufe» für 60 Franken vermerkt waren. Dasselbe im Folgemonat. Die Tochter beteuerte, sie habe keinen Dienst gekauft.

Als er sich beim Telekomriesen beschwerte, wurde ihm mitgeteilt, dass es sich um Kosten für einen Mehrwertdienst handle. Dahinter steckt laut Bericht die Firma Echovox in Carouge GE. Sie vermittelt Telefonnummern an internationale Kunden, die Mehrwertdienste wie etwa spezielle Klingeltöne anbieten.

Entscheid zeigt Wirkung

Der Kunde war nicht bereit, die Kosten zu zahlen und wandte sich an den Ombudsmann für die Telekommunikation, Oliver Siedler. Dieser gab ihm Recht. Die minderjährige Tochter sei sich nicht bewusst gewesen, einen Mehrwertdienst jemals in Anspruch genommen zu haben. Zudem seien Minderjährige nur beschränkt geschäftsfähig, jedenfalls nur für einen geringen Betrag. Somit sei das Zustandekommen des in Frage stehenden mutmasslichen Vertrages grundsätzlich zu verneinen, wird Siedler in der Zeitung zitiert.

Der Entscheid des Ombudsmanns zeigt bereits Wirkung: Echovox erstattet das Geld künftig zurück, sollte ein Minderjähriger den Dienst ohne Einwilligung der Eltern benutzt haben. Und die Swisscom kündigt an, sie werde das Inkasso künftig nicht mehr weiter verfolgen, wenn sich ein Kunde schriftlich wehre. (NXP)

Erstellt: 25.06.2017, 09:17 Uhr

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