Endlich tun die Arbeitgeber etwas

Die Maschinenindustrie erkennt, dass es sich lohnt, in die Weiterbildung ihrer Angestellten zu investieren. Gut so.

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Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 versprachen die Arbeitgeberverbände das Blaue vom Himmel: Jetzt würden mehr Ältere, Frauen und Junge aus dem Inland beschäftigt. Künftig würden die Firmen auch ihre 45- bis 60-jährigen Mitarbeiter weiterbilden, statt ältere Mitarbeiter auf die Strasse zu stellen und nur die jüngeren zu fördern. Und Frühpensionierungen würden ab nun vermieden, da sie diskriminierend seien.

Seither sind mehr als vier Jahre verstrichen, und die Bilanz fällt ernüchternd aus. Ausser viel heisser Luft in Form von Strategiepapieren und Medienmitteilungen haben die Versprechen der Arbeitgeber wenig gebracht. Von all den Ankündigungen wurde praktisch keine in die Tat umgesetzt.

Umso begrüssenswerter ist es, dass nun mit der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie eine der wichtigsten Branchen der Schweiz aktiv wird. Sie plant eine eigentliche Weiterbildungs- und Umschulungsoffensive für erfahrene Mitarbeiter. Sie will dies sogar im Gesamtarbeitsvertrag verankern, der momentan neu verhandelt wird.

Das Umdenken hat vor allem zwei Gründe: Erstens ist den Arbeitgebern wie auch den Gewerkschaften bewusst, dass sich der bereits heute bestehende Fachkräftemangel weiter verschärfen wird – aufgrund der alternden Bevölkerung und wegen des Entscheids, die Zuwanderung einzuschränken. Damit besteht die Gefahr, dass zuhauf Industriejobs aus der Schweiz in andere Länder abwandern, und das wollen die Industrievertreter verhindern. Zweitens drohen wegen der Digitalisierung immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Anschluss und letztlich ihren Job zu verlieren. Den Arbeitgebern in der Industrie ist bewusst, dass sie ihre Mitarbeiter auf diese Reise in die Zukunft mit gezielten Weiterbildungen mitnehmen müssen.

Noch müssen sich die Sozialpartner in der Maschinenindustrie über die Details der Umsetzung einig werden. Es ist zu hoffen, dass dies gelingt. Und dass weitere Branchen sich die Offensive der Industrie zum Vorbild nehmen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.04.2018, 23:04 Uhr

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