Ein Walliser wird Chef der Valiant

Finanzchef Ewald Burgener folgt auf Markus Gygax als Chef der grössten Schweizer Regionalbank.

Will die Expansionsstrategie fortsetzen: Der neue Valiant-Chef Ewald Burgener. (Archivbild)

Will die Expansionsstrategie fortsetzen: Der neue Valiant-Chef Ewald Burgener. (Archivbild) Bild: Sigi Tischler/Keystone

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Banken «Zwischen Genfersee und Bodensee» will der künftige Chef der Valiant Bank, Ewald Burgener, weiter Marktanteile gewinnen, wie er gestern an einer Telefonkonferenz sagte. Sprich: Die Strategie der Valiant, zur nationalen Regionalbank zu werden, wird fortgesetzt.

Das ist nicht weiter erstaunlich, denn der Verwaltungsrat der Valiant hat den erwartbarsten Personalentscheid getroffen: Der heutige Finanzchef der Bank übernimmt kommenden Mai den Chefposten.

Der heutige Chef, Markus Gygax, wird dann seinerseits in den Verwaltungsrat wechseln und dort nach einem Jahr Jürg Bucher als Verwaltungsratspräsidenten ablösen. Das hatte die Bank mit Sitz in Bern bereits im Februar bekannt gegeben.

Mit Burgener übernimmt also ein Mann das operative Steuer, der die Bank bereits seit gut fünf Jahren von innen kennt. «Wir haben eine ganze Menge von internen und externen Kandidaten geprüft», sagte Valiant-Präsident Bucher gestern – schliesslich sei die Wahl auf den heutigen Finanzchef gefallen.

Für die Uni nach Bern

Wer Burgener sprechen hört, merkt schnell: Der Mann ist ein waschechter Walliser. Aufgewachsen ist Burgener in Saas-Balen bei Saas-Grund. Für das Volkswirtschaftsstudium kam er dann nach Bern. Nach der Uni arbeitete er während sechs Jahren als Wirtschaftsprüfer für Ernst & Young in Bern. Danach arbeitete er in verschiedenen Führungsfunktionen für den Regionalbankenverband RBA und dessen Tochergesellschaften sowie für Entris Banking. Burgener, der am Sonntag seinen 52. Geburtstag feiert, wohnt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern im freiburgischen Düdingen.

Suche nach neuen Quellen

Als neuer Chef der grössten Schweizer Regionalbank wird er sich in ein gemachtes Nest legen können: Nach turbulenten Jahren ist die Valiant heute solide finanziert, und das Kader ist auf die besagte Expansionsstrategie eingeschworen. Gleichzeitig ist der grosse Umbau des Valiant-Filialnetzes beschlossen und wird derzeit umgesetzt. So werden die Schalter in den meisten Geschäftsstellen durch Bildschirme ersetzt, auf denen die Kunden ihre Anliegen per Videochat anbringen können. Die Kundenberater arbeiten weiterhin in den Filialen, sind aber nur nach Terminvereinbarung zu sprechen.

Burgener sagte gestern, er wolle nun «nicht alles auf den Kopf stellen». Neben der Eröffnung neuer Geschäftsstellen will er den Fokus auf die Digitalisierung der Bankdienstleistungen legen. Und er möchte neue Ertragsquellen ausserhalb des Zinsgeschäfts erschliessen. Angesichts der anhaltenden Tiefzinssituation ist die Valiant nicht die einzige Hypothekarbank mit diesem Ziel. Abgesehen von der Erhöhung von Gebühren und dem Ausbau des Private Bankings oder dem forcierten Verkauf von Finanzprodukten an Kleinkunden sind die Möglichkeiten jedoch beschränkt.

Wer Ewald Burgener als Finanzchef der Valiant ersetzen wird, ist noch offen. Der Verwaltungsrat will den Personalentscheid in den kommenden Monaten fällen, wie die Valiant gestern mitteilte.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 31.08.2018, 09:32 Uhr

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