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Sportartikel-Grossisten unterbieten sich im Sommer bei Skipreisen Von Karin Baumgartner, sda Hintergrund

Nun, da die Skis und Snowboards für die Wintersaison 2012 in den Geschäften stehen, sind die Modelle des letzten Jahres viel billiger erhältlich.

Die Rabatte belaufen sich häufig auf bis 50 Prozent. Die Grosshändler locken sogar mit viel höheren Preisabschlägen. Ein Skimodell verliert nach seiner ersten Saison rasch an Wert. Nach dem Winterschlussverkauf im April werden übriggebliebene Skis - falls noch mehrere Grössen vorhanden sind - 30 Prozent billiger angeboten. Wird das Modell im nächsten Jahr ausgemustert, ist es häufig nur noch halb so teuer, denn die Hersteller nehmen nicht verkaufte Exemplare nicht zurück. Einige grosse Schweizer Sporthandelsketten gehen noch weiter: Sie reissen die Preise in die Tiefe - nicht selten stehen Skis im August für einen Viertel des Ursprungspreises in den Rayons. Bei den Sportfachhändlern stösst diese Praktik auf Kritik. «Diese Grosshändler bieten die alten Modelle zu diskriminierenden Preisen an», sagt Marcel Savioz, Vize-Präsident vom Verband Schweizer Sportfachhandel (ASMAS). Er fordert eine Intervention gegen diese Preispolitik. Athleticum: Ausverkäufe unrentabel Ob sich der Preissturz für die Grossisten wirtschaftlich lohnt, ist schwer eruierbar. Zumindest der zur Warenhauskette Manor gehörende Sportartikelhändler Athleticum bieten seit diesem Jahr keinen Sommerausverkauf an. Dieser hatte sich in der Vergangenheit als unrentabel erwiesen. Stattdessen macht das Unternehmen im Oktober attraktive Angebote - um Lust aus die neue Saison zu machen. «Es erscheint mir sehr sinnvoll, Freizeitartikel dann anzubieten, wenn sie gebraucht werden», sagt Savioz. Diese Einkäufe seien emotional und würden mehr Freude bereiten. ASMAS-Präsident Claude Benoît ergänzt: «Ein begeisterter Amateur will kein altes Material, sondern will Innovation, ein Spitzenprodukt.» Diese Meinung teilt André Perret, Leiter des Sportartikelgeschäfts Holidaysport im Wintersportort Villars-sur- Ollon (VD). Er betont, wie begehrt die neusten Artikel sind, insbesondere bei den 15- bis 25-Jährigen. Diese seien folglich nicht die Zielklientel des Sommergeschäfts. Bei Holidaysport werden laut Perret 10 bis 15 Prozent aller Skis zwischen Juni und August verkauft - durchschnittlich ein Paar pro Tag. Die Käufer seien meist professionelle Alpinisten oder Personen mit einem zweiten Wohnsitz im Dorf. Seiner Ansicht nach kaufen im Sommer Hobbyfahrer die Skis im Internet. Kaum Verkäufe in den Städten Die kleinen Läden in den Städten können die in den Sommermonaten abgesetzten Skipaare hingegen an einer Hand abzählen. Claude Meyer, seit 32 Jahren Abteilungsleiter bei Aubert Sport in Lausanne, sagt, ihre Kunden würden das Wintermaterial nicht im Voraus kaufen. Käufer hätten vielmehr eine kurze Sicht: «Sie sehen draussen den Schnee und wollen dann sofort etwas kaufen.» Seitens der Hersteller ist man hingegen überzeugt, auch in den heissen Monaten ein gutes Geschäft machen zu können. 50'000 Paare verkaufte die Luzerner Marke Stöckli 2011 - davon 25 bis 30 Prozent in Juli und August. Laut Marketingleiter Adrian Albrecht gründet das gute Resultat darauf, dass die Käufer die Marke gut kennen und auf einen guten Preis für ein bestimmtes Modell warten. Auf das ganze Jahr bezogen wurden in der Schweiz 2011 rund 275'000 Skipaare verkauft. Dies sind sieben Prozent weniger als noch im Jahr davor. Wie gross der Anteil der im Sommer abgesetzten Skier ist, wird nicht deklariert. «Weil weniger Skis verkauft wurden, heisst das aber nicht, dass weniger Personen auf den Pisten waren», erläutert ASMAS-Präsident Benoît. Der Grund sei: Wintersportartikel werden immer häufiger verliehen.

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