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Sparplan wird italienische Familien 33 Milliarden Euro kosten Mehrwertsteuer auf 21 Prozent erhöht - Sorge um Konsum

Rom Wenige Tage nach Verabschiedung des milliardenschweren Sparpakets zur Schuldeneindämmung bekommen die Italiener schon die ersten Auswirkungen der Massnahmen zu spüren.

Seit Samstag ist die Mehrwertsteuer in Italien um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent erhöht worden. Nach Angaben des Konsumentenschutzverbands Codacons werden 35 Prozent aller Geschäfte ihre Preise nach oben revidieren. Der Sparplan werde die Taschen der italienischen Familien um insgesamt 33 Milliarden Euro belasten. Gewerkschaften und Konsumentenschutzverbände warnen vor steigender Inflation und sinkendem Konsum im bevorstehenden Herbst. Vor allem bei den Benzinpreisen sei mit Preiserhöhungen zu rechnen. Ein Liter Benzin wird um 1,2 Cent teurer werden. Dabei zählen die Spritpreise im Stiefelstaat wegen des hohen Steuerdrucks ohnehin schon zu den höchsten im EU-Durchschnitt. Teurer werden auch elektronische Produkte, Kleider und Lebensmittel. Konsumentenschutzverbände warnen, dass die italienischen Familien wegen der Mehrwertsteuer jährlich 500 Euro mehr als sonst ausgeben werden. Dank der höheren Mehrwertsteuer werden dieses Jahr zusätzliche 700 Millionen Euro in die Staatskassen fliessen, im kommenden Jahr sollten es 4,2 Milliarden Euro sein. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer ist ein Hauptpunkt im milliardenschweren Sparpaket zur Schuldeneindämmung, das die Regierung von Silvio Berlusconi am vergangenen Mittwoch im Parlament durchgesetzt hat. Sorge um Konsum Der Präsident der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini kritisierte die höhere Mehrwertsteuer, die vor allem die einkommensschwächeren Familien belasten werde: «Diese Massnahme ist eine soziale Ungerechtigkeit.» Der Gewerkschaftsverband UIL drohte mit einem Streik der Steuerzahler gegen den Sparplan. Der Industriellenverband Confindustria warnte vor den Auswirkungen der erhöhten Mehrwertsteuer auf den ohnehin schon schwachen Konsum. Im kommenden Jahr erwarten die Unternehmer ein Plus von lediglich 0,1 Prozent; bisher hatten sie 2012 mit einem Konsumwachstum von 1 Prozent gerechnet. «Der Trend in den nächsten Monaten deutet auf Stagnation hin. Der Wohlstand der Italiener im kommenden Jahr droht auf das Niveau des Jahres 1999 zu sinken. Dies bedeutet, dass mehr als zehn Jahre verloren gegangen sind», hiess es im Bericht. Nach einem flauen Sommer müssen man mit einem wirtschaftlich «kalten Herbst» rechnen.

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