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So einflussreich ist die «Marke Schweiz»

Finanzieller Wert und Stärke: Eine Rangliste zeigt, wie die Schweiz im internationalen Vergleich abschneidet.

Das Image eines Landes hat grossen Einfluss auf den Erfolg der Marken, die von dort stammen oder dort angesiedelt sind, und auf die Wirtschaft allgemein. Aus Sicht von «Brand Finance» ist ein gutes Image in einem globalisierten Marktumfeld einer der wichtigsten Vermögenswerte eines Staates. Es fördert inländische Investitionen, erhöht den Wert von Exporten und lockt Touristen und ausländische Fachkräfte an. Das auf Markenbewertung spezialisierte Unternehmen bewertet deshalb jährlich den Wert von nationalen Marken.

Dieser lässt sich auf verschiedene Arten messen. So untersucht «Brand Finance» unter anderem den finanziellen Wert von Ländern. Die mit Abstand kostbarste Marke sind gemäss diesem Parameter die USA. Mehr als 21 Billionen beziehungsweise 21’000 Milliarden US-Dollar sind sie gemäss der neusten Studie wert, deren Ergebnisse Redaktion Tamedia vorab von «Brand Finance» erhalten hat.

China auf Rang zwei ist zwar erst gut die Hälfte wert, holt aber mit grossen Schritten auf. Das Land hat seinen Wert innerhalb eines Jahres um 3,1 Billionen US-Dollar gesteigert und ist damit absolut gesehen die am schnellsten wachsende Marke. Seit 2016 wuchs sie 20-mal rascher als die Marke USA, deren Image laut der Studie auch unter der Wahrnehmung von Präsident Donald Trump leidet.

Der finanzielle Wert der Marke Schweiz liegt bei gut einer Billion US-Dollar. Das bedeutet im internationalen Vergleich Platz 14, hinter den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Italien.

Eine genauso grosse Rolle wie der Wert einer Marke spielt jedoch auch deren Stärke. Und hier gehört die Schweiz zur absoluten Spitze. «Mit ihren sehr gut ausgebildeten Arbeitskräften, dem hoch entwickelten Dienstleistungssektor und der tiefen Arbeitslosenquote erhält die Schweiz den Titel der weltweit zweitstärksten Marke», sagt David Haigh, der CEO von «Brand Finance».

Nur Singapur ist eine noch einflussreichere Marke als die Schweiz, die in den letzten Jahren vor allem im Bereich «People and Skills» zulegen konnte und bei der Bewertung verschiedener Faktoren 89,8 von 100 möglichen Punkten erzielte.

Gerade bei der Schweiz sehe man, dass sich ein hoher finanzieller Wert einer Marke nicht zwingend auf die Stärke der Marke übertragen lasse, sagt Haigh. «Die verschiedenen Massstäbe ergänzen sich gegenseitig. Beide haben ihre Vorzüge, aber keiner sollte als wichtiger eingeordnet werden.»

«Die Schweiz riskiert, ihren Ruf als neutrales Land einzubüssen.»

David Haigh, CEO von «Brand Finance»

Was dem Image der Schweiz immer noch schadet, ist aus Sicht von «Brand Finance» der Druck aus dem Ausland auf das Bankgeheimnis und Steuerhinterziehung. Es gebe grossen Bedarf für eine Reform in diesem Bereich. «Sonst riskiert die Schweiz, ihren Ruf als neutrales Land einzubüssen», glaubt Haigh.

Grundsätzlich stellt «Brand Finance» der Schweiz aber ein sehr gutes Zeugnis aus. Das Bruttoinlandprodukt des Landes wird demnach sukzessive wachsen, was gleichzeitig einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit bedeuten würde. Die Einwanderung in die Schweiz wird als «Zustrom von qualifizierten Arbeitskräften» und somit als Chance gesehen. «Die Nation sollte ihr bereits starkes Arbeitskräftepotenzial gewinnbringend nutzen, um ein globaler Leader zu werden», sagt Haigh. Dadurch, gemeinsam mit herausragenden Wirtschaftsbereichen wie der Pharmaindustrie, könne die «Marke Schweiz» ihren Wert weiter steigern.

Denn westliche Industrieländer wie die Schweiz müssen sich sputen, wenn sie ihre Plätze im Ranking halten wollen. Gerade aus Asien kommt Druck. Laut der neusten Studie boomen die meisten asiatischen Nationen, während viele westliche Länder stagnieren.

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