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Schweizer Reisebüros 2011 stabil auf Vorjahresniveau

Die Schweizer Reisebüros haben 2011 ihren Umsatz und ihre Marge auf Vorjahresniveau gehalten.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen sie mit steigender Nachfrage bei sinkenden Preisen. Immer wichtiger werden massgeschneiderte Produkte und individuelle Beratung. Der Umsatz pro Mitarbeiter lag bei rund 1 Million Franken, der mittlere Umsatz pro Reisebüro betrug 4,3 Millionen Franken, wie eine am Dienstag in Zürich veröffentlichte Studie des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV) und der Universität St. Gallen zeigt. Auch die Nettorendite blieb stabil bei 1 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die befragten Reisebüros wegen der deutlich günstigeren Preise mit einer steigenden Nachfrage. Die Margen stünden dabei weiter unter Druck, sagte Christian Laesser von der Uni St. Gallen. Wachsen werden vor allem organisierte individuelle Rundreisen oder Fly & Drive Angebote. Bei Städtereisen, Badeferien oder geführten Rundreisen dagegen bleibe die Online-Konkurrenz hoch. Die Reisebüros setzen daher auf massgeschneiderte und individualisierte Beratung. «Der Kunde ist bereit, für den Mehrwert zu bezahlen», sagte Walter Kunz vom SRV. Dies bestätigt auch eine Studie von Allianz Global Assistance zum Buchungs- und Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung. Trotz der wachsenden Online-Konkurrenz weist die repräsentative Studie in diesem Jahr bei den Buchungen im Reisebüro mit zwei Prozent einen leichten Zuwachs auf. Die Qualität der Beratung sei wichtiger als der Preis, sagte Carlo Pugnetti von Allianz Global Assistance. Vor allem jüngere und mittlere Altersklassen buchen wieder mehr im Reisebüro. Reiselust bleibt ungebrochen Bei der Auswahl einer Fluggesellschaft spielt dagegen der Preis die wichtigste Rolle. Immer bedeutender werden praktische Aspekte wie Flugtag oder Flugzeit oder direkte Verbindung. Insgesamt hat die Wirtschaftskrise kaum Einfluss auf die Reiselust der Schweizer Bevölkerung gehabt. Kopfzerbrechen bereitet dem SRV die fehlende Insolvenzversicherung von Fluggesellschaften. Bei Pauschalreisen sind die Reisebüros haftbar, egal ob es die Airline noch gibt oder nicht. Seit Januar 2012 sind zwölf Airlines in Konkurs gegangen. Nachdem sich das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) gegen eine obligatorische Insolvenzversicherung ausgesprochen hat, hofft der SRV auf den europäischen Dachverband. Zurzeit würden verschiedene Lösungen geprüft, sagte Walter Kunz. Ein weiteres Ärgernis seien Treibstoffzuschläge, Taxen und Gebühren, beispielsweise für einen Sitzplatz am Notausgang oder Gepäck. Das Geschäft werde dadurch komplizierter, es fehle an Transparenz und Vergleichbarkeit für die Kunden.

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