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Schweizer Fleisch-Fachverband beklagt zunehmenden Einkaufstourismus

Jeden zehnten Franken, den Bewohner der Schweiz für Fleisch ausgeben, tragen sie über die Landesgrenzen, so Ruedi Hadorn, Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbandes (SFF).

Der hohe Frankenkurs führe zu einer starken Zunahme des Einkaufstourismus'. Der SFF stellte am Donnerstag in Zürich eine Studie vor, die er bei der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten in Auftrag gegeben hatte. Markus Steiner untersuchte im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit für den SFF den «Grenztourismus beim Fleischeinkauf». Weil es kaum statistisches Material zum Kaufkraftabfluss aus der Schweiz durch den Grenztourismus gibt, stützte sich Steiner in seiner Arbeit auf Studien der Konjunkturforschungsstelle BAK von Basel Economics für Coop und auf die Ein- und Ausfuhrstatistik des Zollamtes Lörrach (D). Zunahme seit 2009 um bis zu 400 Millionen Franken Beide Publikationen gehen davon aus, dass 2009 für rund 600 Millionen Franken Fleisch im Ausland durch Privatleute eingekauft und in die Schweiz gebracht wurde. Von Mai 2010 bis April 2011 stieg dieser Betrag auf 800 Millionen Franken an. Für das ganze Jahr 2011 rechnet Steiner mit bis zu 1 Milliarde Franken, die den Metzgereien in der Schweiz entgehen werden. Für SFF- Direktor Hadorn und weitere SFF-Vertreter war am Donnerstag klar, dass dies vor allem die Folge der in der Schweiz gegenüber dem angrenzenden Ausland doppelt bis dreimal so hohen Fleischpreise ist. Diese wiederum seien die Folge höherer Kosten, welche die Metzgereien in der Schweiz verkraften müssten. Diese entstünden durch strengere Schweizer Vorschriften bezüglich Tierschutz, Tierhaltung und Lebensmittelsicherheit. Zudem seien die Löhne in der Schweiz höher. Bürokratieabbau, Importänderungen und mehr Export Um diese Kosten senken zu können, müsse die Bürokratie abgebaut werden, sagte SFF-Präsident und FDP-Ständerat Rolf Büttiker. Auf Nachfragen konnte er aber nicht beziffern, wie sich eine solche «Entschlackung» auf die Kosten der Verbandsmitglieder auswirken würde. Büttiker und Hadorn forderten ausserdem, der Bund müsse die 2005 gegen den Widerstand des SFF eingeführten Versteigerung von Importlizenzen für Fleisch wieder abschaffen. Diese kosteten die Verbandsmitglieder jährlich netto bis zu 150 Millionen Franken. Die Importe sollten künftig wieder an die Metzgereileistung im Inland gekoppelt werden. Zudem müsse es für Schweizer Unternehmen leichter werden, Fleisch und Fleischprodukte exportieren zu können. Der Bund müsse sich dafür einsetzen, dass die Zollformalitäten - vor allem in die EU-Länder - vereinfacht würden. Mittelfristig werde kein Weg an der Marktöffnung vorbeiführen, auch wenn diese eine «schmerzhafte Strukturbereinigung in der Fleischbranche» nach sich ziehe, so Büttiker.

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